de fr it

Iragna

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Riviera, 2017 mit Cresciano, Lodrino und Osogna zur Gemeinde Riviera fusioniert. Das Dorf liegt am rechten Ufer des Tessin. 1210 Inagna. 1567 ca. 400 Einwohner; 1801 209; 1850 374; 1900 344; 1950 260; 2000 491; 2010 566; 2016 561.

Iragna: Situationskarte 2016 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Iragna: Situationskarte 2016 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Iragna war eine der zehn Dorfgenossenschaften (vicinie), welche die Gemeinden der Leventina bildeten. Dieser Talgemeinschaft gehörte es bis 1441 an, als die Leventina zusammen mit Lodrino und seinen Weilern zwischenzeitlich zu Uri kam. Dann wurde Iragna Teil eines Vikariats der Mailänder Herzöge, das unter der Leitung eines von den alteingesessenen Bürgern (vicini) selbst gewählten Amtsmannes stand. Die den Santi Eusebio e Gaudenzio geweihte Kirche ist seit 1210 belegt. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren die Einwohner von Iragna in eine Reihe von Hexenprozessen verwickelt. Da Iragna an einer Strecke lag, die eine Alternative zur traditionellen Route über Biasca bot, besass es ein Hospiz (1288 erwähnt). Dieses hing von jenem in Pollegio ab. An Iragnas Kastanienwälder waren auch die Bewohner der mittleren und oberen Leventina interessiert. Der Granitabbau, der seit Ende des 19. Jahrhunderts im grossen Stil betrieben wird, stellt für Iragna wie für die Nachbarorte eine der wichtigsten Einnahmequellen dar.

Quellen und Literatur

  • MDT, Ser. 2
  • Il Comune, 1978, 165-179
  • G. Chiesi, Lodrino, 1991
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Giuseppe Chiesi: "Iragna", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.09.2021, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002251/2021-09-09/, konsultiert am 21.05.2022.