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Cavergno

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Tessin, Bezirk Vallemaggia, seit 2006 mit Bignasco Teil der Gemeinde Cevio. Das Dorf Cavergno liegt am Eingang des Valle Bavona, das seit jeher dessen natürliches Hinterland bildet. 1284 Cavergnium. 1669 188 Haushalte; 1801 418 Einwohner; 1850 455; 1900 388; 1920 359; 1950 399; 1970 511; 2000 468; 2005 492.

Cavergno: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.
Cavergno: Situationskarte 2005 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2022 HLS.

Alle Siedlungen des Tals, mit Ausnahme von S. Carlo, gehörten politisch zur Gemeinde C. Im 14. Jh. bildeten C., Bignasco, Menzonio und Brontallo zusammen eine Nachbarschaft, behielten aber ihre Autonomie bei. Die Pfarrkirche S. Antonio da Padova wurde 1682 erbaut und seither mehrfach erneuert. Sie enthält Fresken von Antonio Rinaldi von Tremona. Bis 1786 gehörte C. zur Unterpfarrei Bignasco. Vom 17. Jh. an emigrierten Einwohner C.s nach Italien. Im 18. und 19. Jh. folgte eine starke Auswanderung nach Holland (Kaminfeger, Ofenbauer, Schirmmacher, Kleinhändler, Bauleute), Ungarn und später Australien. Vieh- und Alpwirtschaft bildeten während Jahrhunderten die Haupttätigkeiten der Bevölkerung. Viele Einwohner sind in den versch. Steinbrüchen, in denen Gneis gewonnen wird, beschäftigt. Nach der lang andauernden Bevölkerungsabnahme wurde in den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. ein Wachstum registriert, das u.a. auf den Bau von Wasserkraftwerken in den 1960er Jahren zurückzuführen ist.

Quellen und Literatur

  • Vallemaggia, hg. von G. Martini, 1988, 106
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Zitiervorschlag

Daniela Pauli Falconi: "Cavergno", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.09.2022, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002261/2022-09-16/, konsultiert am 02.03.2024.