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Assens

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Gros-de-Vaud, der sich 2009 Malapalud und 2021 Bioley-Orjulaz anschlossen. An der Strasse Lausanne-Echallens gelegen. 1228 Ascens. 1417 64 Haushaltungen; 1453 48; 1764 45; 1798 276 Einwohner; 1850 356; 1900 401; 1950 401; 1970 335; 2000 770; 2009 970; 2010 1003; 2020 1140.

Assens: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Assens: Situationskarte 2021 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Einen latènezeitlichen Grabhügel entdeckte man im Bois des Allemands; ein frühmittelalterliches Gräberfeld wurde 1881 zerstört. Im Mittelalter besassen mehrere Herren Lehen in Assens, in der frühen Neuzeit teilten sich Bern und Freiburg die gemeine Herrschaft über Orbe und Echallens. Zu dieser gehörte das Dorf 1476-1798, danach war es bis 2006 Teil des helvetischen Distrikts bzw. des Bezirks Echallens. Im 18. Jahrhundert stand Assens ein paritätischer Zwölferrat (sechs Katholiken, sechs Protestanten) vor. Die Pfarrei ist 1228 bezeugt, spätestens ab 1453 besass die Abtei Abondance die Kollatur. Die Reformation setzte sich in Assens nur zögernd durch; der erste reformierte Pfarrer wurde erst 1585 eingesetzt. Da die Gemeinde es ablehnte, sich 1619 durch Mehrheitsbeschluss für eine der beiden Konfessionen zu entscheiden, blieb die Pfarrei gemischt. Bis zum Bau eines neuen katholischen Gotteshauses 1845 diente die Kirche beiden Glaubensgemeinschaften. Am Ende des Ancien Régime besuchten auch die wenigen Katholiken von Lausanne die Messe in Assens. Die Kirche Saint-Germain (heute reformiert) wurde um 1300 erbaut und 1453-1454 erweitert. Sie enthält Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert und auf dem Marienaltar einen bemalten Altaraufsatz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seit 1874 ist Assens eine Station an der Bahnlinie Lausanne-Echallens-Bercher. Bis in die 1970er Jahre landwirtschaftlich geprägt, entwickelte sich der Ort zum Wohndorf in der Agglomeration Lausanne.

Quellen und Literatur

  • Le retable d'Assens. Sculpture baroque en Pays de Vaud, 1985 (Ausstellungskatalog).
  • Décosterd, Denis: Région du Gros-de-Vaud. Programme de développement, 3 Bde., 1990.
  • Gottrau, Jean-Pierre: Les paroisses d'Assens et de Siviriez durant le dernier tiers du XIXe siècle. Stratégies pastorales, hommes et mentalités étudiés à partir des mémoires pastoraux inédits du curé Jean-Baptiste Jaccoud (1917), Lizentiatsarbeit, Universität Freiburg, 1992.
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1228: Ascens

Zitiervorschlag

Marianne Stubenvoll: "Assens", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.10.2021, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002354/2021-10-29/, konsultiert am 05.07.2022.