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Concise

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Jura-Nord vaudois, an der Grenze zum Kanton Neuenburg. Das 1130 ha grosse Gemeindegebiet erstreckt sich vom Ufer des Neuenburgersees bis zum Mont Aubert und umfasst neben dem Dorf Concise die Weiler La Lance und La Raisse sowie mehrere Alpen. 1179 Concisa. 1416 70 Haushalte; 1453 60; 1798 560 Einwohner; 1850 746; 1900 726; 1950 702; 1990 593; 2000 684; 2010 779.

Concise: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Concise: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Ur- und Frühgeschichte

Bei Aushubarbeiten für den Bau der Eisenbahnlinie Yverdon-Neuenburg wurden ab 1859 auf dem Gebiet der Gemeinde Concise archäologische Fundorte entdeckt. Die Ufersiedlungen La Raisse (Neolithikum), La Lance (Bronzezeit), Le Point (Neolithikum), Gare (Neolithikum), La Baie (Bronzezeit) und Sous-Colachoz (Neolithikum und Bronzezeit), deren Name in die Fachliteratur einging, lieferten Tausende von Fundobjekten aus dem Zeitraum zwischen ca. 3850 und 1050 v.Chr. Bislang wenig erforscht blieben die drei zuerst aufgeführten Fundstellen. Die durch das Projekt Bahn 2000 in den Jahren 1995-2000 notwendig gewordenen Grabungen am Standort Sous-Colachoz, der sich über eine Fläche von mehr als 5000 m2 bis auf das Gemeindegebiet von Corcelles-près-Concise erstreckt, brachten neue Erkenntnisse bezüglich prähistorischer Architektur, Lebensweise und Umwelt. Diese Fundstelle, die mit jenen von Corcelles-près-Concise ein archäologisches Ensemble bildet, wurde unter dem Namen Corcelles-près-Concise-Stations de Concise ins Unesco-Welterbe aufgenommen.

Nach der Aufgabe der Pfahlbauten am Ende der Bronzezeit verlagerte sich die Besiedlung von den Seeufern auf die etwas erhöhte Terrasse am Fuss des Juras. So konnte bei Concise-Fin de Lance ein Dorf aus dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit (ca. 800 v.Chr.) entdeckt werden. Als markanteste Hinterlassenschaft der Eisenzeit ist ein Grabhügel von mehr als 15 m Durchmesser mit einem inneren und äusseren Graben zu nennen, der in der Hallstattzeit (ca. 550 v.Chr.) angelegt wurde und in spätkeltischer Zeit im 1. Jahrhundert v.Chr. eine Umgestaltung erfuhr. Der bisher nur vage erbrachte Nachweis römischer Besiedlung wurde durch die Entdeckung eines Teils der alten Strasse konkretisiert. Auch wird anerkannt, dass der Steinbruch Les Favarges bereits in römischer Zeit genutzt worden ist.

Mittelalter und Neuzeit

Kirche und Pfarrhaus, um 1830. Kolorierte Aquatinta von Samuel Weibel (Privatsammlung, alle Rechte vorbehalten).
Kirche und Pfarrhaus, um 1830. Kolorierte Aquatinta von Samuel Weibel (Privatsammlung, alle Rechte vorbehalten).

Im Mittelalter war Concise von den Herrschaften Vaumarcus sowie Saint-Martin-du-Chêne und ab 1282 von der Baronnie Grandson abhängig. Auf dem Gebiet von Concise, unweit vom Bois du Seyte, besiegten die Eidgenossen am 2. März 1476 die Truppen Karls des Kühnen. Von da an bis 1798 bildete Concise mit dem benachbarten Corcelles ein Meieramt innerhalb der gemeinen Herrschaft Grandson. Die Gemeinde wurde von einem 24-köpfigen Rat verwaltet; daneben bestand ein Dorfgericht. 1798-2006 zählte sie zum Bezirk Grandson. Die 1228 erwähnte Pfarrkirche mit romanischem Turm (vermutlich Ende 11. Jahrhundert) und spätgotischem Schiff war Johannes dem Täufer geweiht. Der Bau wurde im 15. Jahrhundert sowie 1676-1677 umgestaltet. Das Präsentationsrecht lag beim Prior von Grandson. Bereits das mittelalterliche Pfarrhaus wurde ausgebaut und 1683 sowie 1738 neu erstellt. Die Pfarrei trat 1537 nach einer Abstimmung (sogenanntes Plus) zur Reformation über. Zu ihr gehörten auch bis 1809 die neuenburgischen Dörfer Vernéaz und Vaumarcus sowie bis 1846 das waadtländische Mutruz. Seit jeher ein Winzerdorf, entwickelte sich Concise ab den 1960er Jahren zu einem eigentlichen Zentrum des Weinbaus. Daneben wird Alpwirtschaft (Viehzucht, Milchwirtschaft mit Käseproduktion) betrieben.

Quellen und Literatur

Ur- und Frühgeschichte
  • C. Wolf, J-.P. Hurni, «Neues zur Architektur des westschweiz. Endneolithikums», in Plattform: Zs. des Vereins für Pfahlbau und Heimatkunde 7/8, 1998/99, 107-117
  • C. Wolf et al., «Les sites lacustres néolithiques et bronzes de C. VD-sous-Colachoz», in JbSGUF 82, 1999, 7-38
  • M. Maute-Wolf et al., «La station littorale de C. (VD)», in As. 25, Nr. 4, 2002, 2-15
Mittelalter und Neuzeit
  • A. Du Pasquier, Brève histoire de C., 1976
  • M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 1987, 146, 404
Weblinks
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