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Tolochenaz

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Morges, am Genfersee gelegen. 961 (?) Tolochina. 1416 15 Feuerstätten; 1453 7; 1764 99 Einwohner; 1850 179; 1900 217; 1950 342; 2000 1646.

Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit sowie aus der frühen und späten Bronzezeit bei Le Boiron, kleine römische Siedlung, Gräber aus dem Frühmittelalter. Um 961 schenkte der Bischof von Lausanne die Güter in Tolochenaz dem Kapitel, das damit eine Pfründe errichtete. Die Pfarrkirche ist 1228 belegt, die heutige Kirche stammt von 1933. Nach der Reformation war Tolochenaz nach Morges kirchgenössig, ausser 1846-1849, als es zur Pfarrei Lussy-sur-Morges gehörte. Tolochenaz unterstand 1539-1798 der Landvogtei Morges und ist seit 1798 Teil des gleichnamigen Bezirks. Seit 1890 verfügt es über einen Bahnhof an der Linie Lausanne-Genf. Nach der Eröffnung der mitten durch das Gemeindegebiet führenden Autobahn Lausanne-Genf 1962 nahm die Bevölkerung in der zuvor von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Gemeinde zu. In der Industriezone südlich der Autobahn befinden sich unter anderem der internationale Firmensitz von Medtronic für Europa, Kanada und die Schwellenmärkte (2010 700 Angestellte) sowie das Transportunternehmen Friderici. Tolochenaz hat seit 1983 einen Gemeinderat (Legislative). In der 1882 erbauten Villa Riond-Bosson wohnte 1898-1940 Ignacy Jan Paderewski; seit 1988 beherbergt sie die Bauschule des Waadtländer Baumeisterverbands, die 2003 ausgebaut wurde.

Quellen und Literatur

  • Districts d'Aubonne, Cossonay, Grandson, Morges, Nyon, Orbe, Rolle, la Vallée et Yverdon, 1994, 113

Zitiervorschlag

François Béboux: "Tolochenaz", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.02.2014, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002454/2014-02-25/, konsultiert am 19.07.2024.