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Thierrens

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Gros-de-Vaud, die 2013 mit Chapelle-sur-Moudon, Chanéaz, Correvon, Denezy, Martherenges, Neyruz-sur-Moudon, Peyres-Possens und Saint-Cierges zur neuen Gemeinde Montanaire fusionierte. Das Dorf liegt an der Kreuzung der Strassen Moudon-Yverdon und Echallens-Payerne. 1004-1407 Teoderinco. 1550 30 Feuerstätten; 1764 300 Einwohner; 1850 720; 1900 607; 1950 466; 2000 579.

Aus dem Frühmittelalter Grabstätten unter der Kirche und ein Gräberfeld bei La Carrière. Das um 1150 vom Bischof von Lausanne an das Priorat Saint-Maire von Lausanne abgetretene Patronatsrecht der Kirche St. Martin wurde 1177 von Papst Alexander III. bestätigt. Auf Fundamenten aus dem 12. Jahrhundert stehend, war das Gotteshaus bereits 1228 eine Pfarrkirche, die im 16. Jahrhundert neu gebaut wurde. Thierrens ging durch Heirat von den Herren de Belmont an die Familie von Greyerz und kam 1227 zum Kapitel von Lausanne. 1461 lag der Zehnten beim Herzog von Savoyen, der ihn vom Bischof von Lausanne erworben hatte; 1546 ging er von den Grafen von Greyerz an Bern. 1536-1798 gehörte das Dorf zur bernischen Landvogtei Moudon, 1798-2006 zum Bezirk Moudon. Der sogenannte Zwischenfall von Thierrens vom 25. Januar 1798, eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf zwei französische Husaren umgebracht wurden, lieferte General Philippe Romain Ménard den Vorwand zum Einmarsch seiner Truppen in die Waadt. Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde entwickelte sich mit der 1992 gebauten Primar- und Sekundarschule zur Wohngemeinde mit Zentrumscharakter für die Region. 2000 arbeiteten 61% der Erwerbstätigen ausserhalb des Dorfs. 2005 stellte der 1. Sektor noch 30% der Arbeitsplätze in Thierrens.

Quellen und Literatur

  • P. Chessex, «Une "révolution" sans images», in De l'ours à la cocarde, 1998, 363-365
  • D. Glauser, Les maisons rurales du canton de Vaud 4, 2003, 95-97

Zitiervorschlag

Emmanuel Abetel: "Thierrens", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.01.2017, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002489/2017-01-04/, konsultiert am 23.07.2024.