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Corcelles-le-Jorat

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Broye-Vully, die aus dem Dorf Corcelles-le-Jorat sowie mehreren Weilern besteht und an der Kreuzung der Strassen Lausanne-Moudon-Bern und Oron-Echallens liegt. Um 1140 Corceleys. 1432 11 Feuerstätten; 1764 369 Einwohner; 1798 324; 1850 572; 1880 469; 1900 535; 1950 380; 2000 412; 2010 411.

Auf dem Gemeindegebiet wurden mehrere Funde aus der Römerzeit gemacht, etwa Urnen und Münzen aus dem 1.-2. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert verlieh der Bischof von Lausanne Corcelles an die Herren Philippe und Vaucher, die daraufhin den Namen des Orts annahmen. Mehrmals geteilt und wieder zusammengelegt, kam die Herrschaft Corcelles in die Hand der de Bottens, de Mestral (14. Jh.), de Prez (15. Jh.), de Crousaz (1589), de Praroman (1642), de Chandieu (1652) und über Antoine Polier de Saint-Germain an die Polier (1754). Corcelles  war bis 1754 ein Meiertum (französisch métralie), dann eine Kastlanei. Unter Berner Herrschaft (1536-1798) gehörte die von den Dorfgenossen verwaltete Gemeinde zur Vogtei Moudon. 1798-2006 war sie dem Bezirk Oron zugeteilt. Der Gemeinderat (Legislative), der 1914 aus 45 Mitgliedern bestand, zählte später 40 Mitglieder. 1863 wurde eine Schule errichtet. Kirchlich unterstand Corcelles zuerst Mézières, seit 1828 Montpreveyres. Die kurz vor 1484 erbaute, Johannes dem Täufer geweihte Kapelle wurde 1725-1726 durch ein reformiertes Gotteshaus ersetzt, das an anderer Stelle errichtet wurde. Das Schloss aus dem 17. Jahrhundert wurde 1769-1771 wieder aufgebaut. Das um 1765 erstellte Landgut Jaunin liess die Familie im 19. Jahrhundert ausbauen. Die Gemeinde besitzt 240 ha Wald  im weitläufigen Gebiet des Jorat und 193 ha Weinreben, die 1769 und 1776 in Cully, Grandvaux und Villette (Lavaux) erworben wurden. Im landwirtschaftlich geprägten Corcelles-le-Jorat wird Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben, ferner gibt es eine Mühle und eine Sammelstelle für Futtermittel.

Quellen und Literatur

  • Grandjean, Marcel: Les temples vaudois. L'architecture réformée dans le Pays de Vaud (1536-1798), 1988, S. 243-244.
  • Fontannaz, Monique; Pradervand, Brigitte: Le district de la Broye-Vully I, 2015, S. 63-71 (Les monuments d'art et d'histoire du canton de Vaud, 8). Online: KdS-online, konsultiert am 5.2.2020.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
um 1140: Corceleys