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Chevroux

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Broye-Vully, am Südufer des Neuenburgersees, mit dem Weiler Ostende (früher Chevrottet). 1286 Chevroth. 1764 229 Einwohner; 1850 365; 1870 429; 1900 367; 1950 335; 1980 276; 2000 383; 2010 403.

Chevroux: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Chevroux: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit sind zwölf Ufersiedlungen bekannt, darunter die besonders ergiebigen Fundorte Chevroux-La Bessime und Chevroux-Village. Diese zählen zu den 56 Ufersiedlungen der Schweiz, die im Unesco-Welterbe Aufnahme fanden. Aus der Römerzeit wurden Gräber entdeckt. Ein frühmittelalterlicher Turm überwachte den See. Ausser im 14. Jahrhundert (Abhängigkeit von Schloss Vaumarcus) war Chevroux immer Teil der Herrschaft Grandcour. Zur Zeit der bernischen Landvogtei Avenches (1536-1798) stand der Gemeinde ein Zwölferrat vor. 1803-2006 gehörte sie zum Bezirk Payerne. Zunächst war Chevroux kirchlich der Pfarrei Dompierre-le-Grand, später Ressudens unterstellt. 1733–1845 hatte es einen Pfarrvikar und ein Chorgericht. Die Johannes dem Täufer geweihte Kapelle trägt noch das Savoyer Wappen. Ein bedeutender Warentransit lief im 18. und 19. Jahrhundert über den Hafen. Um 1780 eröffnete die Auberge de l'Ours. Eine Indiennemanufaktur, Filiale von Cortaillod, erlebte 1770–1785 ihre Blütezeit. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Landwirtschaft und Fischerei durch Obstbau ergänzt. Seit 1970 zieht die Gemeinde erhebliche Einnahmen aus dem Bootshafen, einem der grössten der Schweiz (950 Liegeplätze, Bootswerft). Chevroux verfügt über zahlreiche Ferien- und Wochenendhäuser sowie einen Campingplatz.

Quellen und Literatur

  • J.-P. Chuard, C., village vaudois, 1953
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GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1286: Chevroth