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Yverdon-les-Bains

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Hauptort des Bezirks Jura-Nord vaudois, am westlichen Ende des Neuenburgersees an der Mündung der Zihl und im Ostteil der Orbe-Ebene gelegen. 2. Jahrhundert n.Chr. vikani Eburodunenses. Offizieller Name bis 1981 Yverdon.

Yverdon-les-Bains: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Yverdon-les-Bains: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Der Ort ist seit prähistorischer Zeit besiedelt. Die 1260 gegründete mittelalterliche Stadt und ihr Schloss bilden den Kern der heutigen Cité. Nach 1945 hat sich Yverdon-les-Bains namentlich durch die Eingliederung der Weiler Clendy (885 Clendie, 1379 19 Feuerstätten) und Les Bains sowie der Gemeinde Gressy (2011) ausgedehnt. Dank der Anschlüsse an das Eisenbahnnetz (1855) und die Autobahnen A1 (1981) und A5 (2005) bildet die Stadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Zentrum einer Agglomeration. 1268 ca. 700 Einwohner; 1379 ca. 1'800; 1528 ca. 1500; 1700 ca. 2000; 1798 2484; 1850 3619; 1900 7985; 1950 12'266; 2000 24'376; 2010 27'678.

Ur- und Frühgeschichte

Die kontinuierliche Besiedlung seit prähistorischer Zeit verdankt Yverdon-les-Bains seiner hervorragenden Lage an der Kreuzung der Landwege und der Wasserwege über den Neuenburgersee und die Zihl. Durch die sumpfige Ebene hindurch folgte der Weg vom Mittelland zu den Ausläufern des Juras den natürlichen Formationen der Strandwälle. Diese Uferlinien wurden durch die Schwankungen des Seespiegels gebildet.

Auf dem ältesten, auf das Ende des 9. Jahrtausends v.Chr. datierten Wall errichteten die jungsteinzeitlichen Bevölkerungsgruppen im 4. Jahrtausend v.Chr. das grösste Megalith-Ensemble der Schweiz (Promenade des Anglaises, 45 anthropomorphe Menhire), das aufgrund seiner Anordnung vermutlich eine kultische Funktion gehabt haben dürfte. In seiner näheren Umgebung wurden mehrere Pfahlbausiedlungen entdeckt. Die ältesten datieren von 3860 v.Chr. (Jungneolithikum), die jüngsten gehen auf den Beginn des 1. Jahrtausends v.Chr. zurück (Spätbronzezeit). Die archäologische Zone Baie de Clendy, die mehrere Ufersiedlungen umfasst, gehört zu den 56 Fundstellen der Schweiz, die in der Unesco-Welterbeliste verzeichnet sind. Auf dem Küstenstreifen, einer Ablagerung aus Sand und Geröll, unter der heutigen Rue des Philosophes folgten sich ab Beginn der Eisenzeit zahlreiche Siedlungen, die periodisch vom Hochwasser oder durch Ufererosion zerstört wurden. Die ausgezeichnete Konservierung des Holzes im Boden der Fundstätte ermöglicht eine präzise dendrochronologische Datierung. Auf einigen Flächen fanden sich Spuren von Ackerbau und Hinweise auf Bauten des 7. Jahrhunderts v.Chr. Zwei Palisadenteilstücke aus Holz, das am Ende des 4. Jahrhunderts v.Chr. geschlagen worden ist, sind die einzigen bekannten Überreste der ersten geschlossenen, mehrere Hektaren grossen Siedlung. Holzbauten, Gräben und gut datierbare Artefakte belegen die Existenz eines unbefestigten Dorfs während des ganzen 2. Jahrhunderts v.Chr., das in der Folge von Seesedimenten überlagert wurde. Um 80 v.Chr. wurde ein mit Frontpfosten versehener Umfassungswall aus Erde und Holz, eine sogenannte Pfostenschlitzmauer, errichtet. Dieses oppidum von 3–4 ha Fläche wurde wiederum überschwemmt und schon in der Mitte des 1. Jahrhunderts v.Chr. abgebrochen, während auf den nahe gelegenen Anhöhen in Sermuz eine Befestigungsmauer (murus gallicus) gebaut wurde.

Das Gebiet von Yverdon-les-Bains wurde weiterhin besiedelt, und am Übergang zur Römerzeit entstand beidseits der Zihl der vicus Eburodunum, dessen Name durch Inschriften belegt ist. Die wirtschaftliche Bedeutung des Dorfs veranschaulicht ein Schleppkahn (110–115 n.Chr.), der 1971 im Mündungshafen der Zihl entdeckt wurde, sowie ein 1984 gefundener Nachen aus dem 4. Jahrhundert. 1912 wurden die Thermen des vicus ausgegraben. Die 700 m vom vicus entfernt liegende Thermalquelle Les Bains war schon im Altertum bekannt; 1907 wurden römische Votivinschriften entdeckt. In spätrömischer Zeit, ab 325, wurde Eburodunum aufgrund seiner strategischen Lage zu einem Kastell (castrum) ausgebaut. Die mit zwei Toren und elf Türmen versehene rautenförmige Befestigung (140 x 140 m) umfasste die Thermen sowie andere (noch nicht ausgegrabene) gemeinschaftliche Einrichtungen. In der Notitia Dignitatum aus der Zeit des Übergangs vom 4. zum 5. Jahrhundert wird Eburodunum als Stützpunkt einer Militärflottille erwähnt. Die Christianisierung ist durch Funde aus dem 5. Jahrhundert auf den Friedhöfen am Stadtrand belegt, unter anderem durch mehr als 300 Gräber in Le Pré de la Cure. Im castrum wurde eine Kirche errichtet, die später das Marien-Patrozinium Notre-Dame erhielt und noch im 16. Jahrhundert benutzt wurde. Schwankungen des Seepegels während der 2. Hälfte des 1. Jahrtausend n.Chr. liessen einen weiteren Küstenstreifen nördlich seines älteren Vorgängers entstehen, was zur Aufgabe der Siedlung von Eburodunum bzw. zur Errichtung der mittelalterlichen Stadt samt Schloss am neu gebildeten Ufer führte.

Vom Frühmittelalter bis ins 21. Jahrhundert

Das römische Kastell, das vermutlich ab der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts unter burgundischer Kontrolle und dann unter jener des Bischofs von Lausanne stand (1011), scheint während des ganzen Frühmittelalters, vielleicht sogar bis ins 13. Jahrhundert hinein, rund um die 1174 erwähnte Pfarrkirche Notre-Dame bewohnt gewesen zu sein. Dann wurde die Siedlung Eburodunum aufgegeben. Die Kirche hingegen wurde noch im 16. Jahrhundert benutzt. Eine zweite Siedlung entstand wahrscheinlich in der Nähe der Zihlmündung (heute Rue du Pré und Rue du Collège) auf dem neuen Strandwall, der sich ungefähr im 8. Jahrhundert durch Schwankungen des Seespiegels gebildet hatte. 1174 ist Yverdon als villa, d.h. als Siedlung ohne Umfassungsmauer, im Zentrum einer der grössten Pfarreien des Waadtlands bezeugt. Um 1235 liess Amédée de Montfaucon, Herr von Orbe, ein Schloss bauen, das bald darauf zerstört wurde. Zu dieser Zeit erhob Aymon de Faucigny, der sich in den 1240er Jahren in der Gegend ansiedelte, Anspruch auf Yverdon. Sein Schwiegersohn, Peter II. von Savoyen, festigte die savoyische Herrschaft und begann um 1258 mit dem Bau des Schlosses und der neuen Stadt, noch bevor seine Herrschaft am 26. April 1260, dem offiziellen Gründungsdatum der Stadt, anerkannt wurde. Yverdon wurde zum Zentrum einer Kastlanei der Vogtei Waadt, die bis zur Rückkehr unter die direkte Kontrolle der Savoyer zur Apanage der Herren der Waadt gehörte (1285-1359). In den Burgunderkriegen wurde Yverdon 1476 von den bernischen und freiburgischen Truppen geplündert und in Brand gesteckt. Wie das übrige Waadtland kam die Stadt 1536 unter bernische Herrschaft und wurde Sitz einer Landvogtei, die deutlich grösser war als die ehemalige Kastlanei.

Schon bei der Gründung der Stadt erhielten die Bürger von Yverdon gewisse Privilegien und 1266 vermutlich das Stadtrecht. Um 1330 verfügte Yverdon, verwaltet durch den zwölf- bis vierzehnköpfigen Rat und die Bürgerversammlung, über eine gewisse Autonomie. Als bonne ville liess sich die Stadt regelmässig an den Waadtländer Landständen vertreten. Ab dem 15. Jahrhundert konzentrierte sich die Stadtregierung und Verwaltung beim Kleinen Rat, der nur einer geringen Zahl von Bürgern offenstand. Diese Entwicklung führte zu Konflikten zwischen Notabeln und Bürgern, doch gelang es Letzteren nicht, den Prozess aufzuhalten. Die Berner Herrschaft brachte kaum Veränderungen. Bern garantierte die Stadtrechte und ordnete die Behörden neu in einen Zwölferrat, der im Wesentlichen die Macht ausübte, und einen Vierundzwanzigerrat. Die auf Lebenszeit und nur aus den Bürgern bestellten Räte, die sich durch Kooptation ergänzten, waren ab dem 17. und v.a. im 18. Jahrhundert nur noch wenigen Familien vorbehalten, namentlich den Bourgeois, Christin, Doxat, Duthon, Masset und Treytorrens. Diese oft mit Herrschaften ausgestattete, in fremden Diensten und im Handel tätige Elite beherrschte das politische und soziale Leben bis zum Zusammenbruch des Ancien Régime.

Stadtplan und Projekt eines Stauwehrs zur Flutung des Sumpfgebiets. Zeichnung mit Tusche und Aquarellfarben von Cäsar Steiger, um 1716 (Staatsarchiv Bern, Atlanten 54).
Stadtplan und Projekt eines Stauwehrs zur Flutung des Sumpfgebiets. Zeichnung mit Tusche und Aquarellfarben von Cäsar Steiger, um 1716 (Staatsarchiv Bern, Atlanten 54). […]

Beim Sturz des Ancien Régime und der Bildung des neuen Kantons (1798-1803) spielten die Behörden von Yverdon, die im Mai 1802 Zielscheibe der Bourla-Papey waren, nur eine untergeordnete Rolle. 1803-2006 war die Stadt Hauptort des Bezirks Yverdon, danach des Bezirks Jura-Nord vaudois. Sie gab sich neue Gemeindebehörden (Munizipalität), in denen einige wenige, meist begüterte Bürger den Ton angaben. Während im Kanton ab 1845 die Radikalen regierten, blieb Yverdon im 19. Jahrhundert hauptsächlich unter dem Einfluss der Liberalkonservativen, trotz einiger heftiger Konfrontationen wie dem Umsturzversuch der Radikalen von 1847-1848. Die Radikalen, denen die Industrialisierung zum Erfolg verhalf, gelangten in Yverdon erst 1889 an die Macht und behaupteten sich bis 1905. Obwohl sich die sozialen Konflikte zu Beginn des 20. Jahrhunderts häuften, u.a. wurde 1907 bei Vautier gestreikt, verbündeten sich die Liberalkonservativen mit den Sozialdemokraten, um die radikale Hegemonie zu brechen. Vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs und der Russischen Revolution 1917 wurde der liberal-radikale Nationale Block (1917-1945) gegründet, der den wachsenden Einfluss der Arbeiterbewegung eindämmen wollte. Nach dem Krieg errangen die Sozialdemokraten und die Kommunisten (Parti ouvrier populaire) die Mehrheit. Seither streiten sich die Linke (1946-1953, 1974-1989, 1994-2001, 2009-2014) und die Rechte (1954-1973, 1990-1993, 2002-2009) um die Macht.

Angeschmiegt ans Schloss mit dem typischen Viereckgrundriss des Carré savoyard, dehnte sich die Stadt ab 1259 den drei Hauptstrassen entlang aus, die noch heute das städtische Zentrum gliedern. Sie war von einer Mauer umschlossen und von den verschiedenen Armen der Zihl sowie im Norden vom See umgeben. Ab Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden mehrere Vorstädte im Westen (Moulins, Hôpital) und im Osten (Plaine, Notre-Dame, Four); 1 km in nordöstlicher Richtung von der Stadt entfernt entwickelte sich Clendy. Am Platz beim Schloss, der sich allmählich zum Zentrum des städtischen Lebens wandelte, wurde die neue Pfarrkirche gebaut, ab dem beginnenden 15. Jahrhundert Markt gehalten (ab 1472 in einer Markthalle) und um 1522 der Ratssaal errichtet, aus dem 1560 das Rathaus hervorging. Seine heutige Form nahm der Platz im 18. Jahrhundert an, als die aufstrebende Stadt ihre wichtigsten Gebäude neu baute: 1757 die reformierte Kirche, 1769 das Rathaus und 1776 das städtische Gasthaus. Erst nach 1798, als mit dem Abbruch der Ringmauern begonnen wurde, und dann wieder am Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Yverdon über seinen mittelalterlichen Kern hinaus.

Als Ergänzung zu der um 1560 zerstörten Pfarrkirche des alten castrum wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts innerhalb der Stadtmauern eine Marienkapelle erstellt. Ein anderer der Grablege dienender Bau am Ort des castrum ist Anfang des 15. Jahrhunderts belegt, doch wurde er vermutlich schon im Frühmittelalter errichtet. Im März 1536 wurde der Stadt, die sich Bern nicht sofort ergeben hatte, die Reformation aufgezwungen. Der Chor der Notre-Dame-Kapelle wurde niedergerissen, die Güter der Pfarrei konfisziert und ab 1556 dem Spital übertragen, das Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet worden war. Yverdon wurde zum Zentrum eines der vier Pfarrkapitel des Waadtlands. Erst nach der Unabhängigkeit der Waadt durften die Katholiken wieder die Messe feiern, und zwar ab 1832 in der ehemaligen Schlosskapelle und ab 1841 in der Kirche Saint-Pierre. Zahlreiche protestantische Abspaltungen sowie die Einwanderung trugen zur Zunahme religiöser Gemeinschaften bei. Juden waren ab dem 14. Jahrhundert im Handel tätig. Eine jüdische Gemeinschaft aus dem Elsass liess sich um 1856 in Yverdon nieder und richtete ein Betlokal ein. Dieses wurde 1970 geschlossen.

Die mitten in einem Landwirtschaftsgebiet gelegene Savoyerstadt wurde von Anfang an mit einem Markt ausgestattet, 1264 sogar mit einem Jahrmarkt, der ab 1427 drei- und ab 1510 fünfmal jährlich stattfand. Dank der Zihlregulierung ab 1279 konnte Yverdon seinen Handel per Fluss- und Seeweg ausdehnen. Die Schifferzunft erhielt das Transportmonopol zwischen Orbe und Solothurn. Mit dem Bau des Entreroches-Kanals 1636 nahm der Güteraustausch noch zu, vor allem von Wein aus der Genferseeregion und Salz aus Frankreich. Nach der Errichtung des Salzmonopols 1623 unterhielt Bern in Yverdon ein Depot. Der 1279 erstellte Canal des Moulins trieb während sechs Jahrhunderten die Räder der lokalen Gewerbebetriebe (Getreide- und Walkmühlen) an, was namentlich zur Entstehung einer Tuchhändlerzunft und schliesslich zur Ansiedlung einer ersten, 1617-1626 von Pyramus de Candolle geleiteten Textilmanufaktur führte. Im 18. Jahrhundert machten der Neubau des Thermalbads (1730–1735), vor allem aber die Publikation der Encyclopédie d'Yverdon durch Fortunato Bartolomeo de Felice die Stadt europaweit bekannt. Zu dieser Zeit gründete die von Elie Bertrand ins Leben gerufene Ökonomische Gesellschaft um 1760 ein Museum und 1763 eine öffentliche Bibliothek. 1805-1825 beherbergte das Schloss Johann Heinrich Pestalozzis Erziehungsinstitut.

Tourismusplakat zu den Vorzügen der Thermalquellen der Stadt, gestaltet von François Gos, 1930 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
Tourismusplakat zu den Vorzügen der Thermalquellen der Stadt, gestaltet von François Gos, 1930 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). […]

Die Einweihung der ersten Westschweizer Eisenbahn zwischen Yverdon und Morges 1855 stellte die Stadt ins Zentrum des neuen Schienennetzes und förderte ihren industriellen Aufstieg (Reparaturwerkstätte der Eisenbahn, Tabakmanufaktur Vautier 1858). Durch die Eröffnung der Bahnlinie von Yverdon nach Sainte-Croix 1893 nahm der Austausch zwischen beiden Ortschaften zu. Die Industrialisierung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Ansiedlung neuer Unternehmen aus der Metallverarbeitung sowie der Lebensmittel- und Baubranche verstärkt, wie der Batterienhersteller Leclanché (seit 1909), der Schreibmaschinenbauer Paillard (1920-1974) und der Produzent des Mineralwassers Arkina (1922-2008, seit 2011 Nutzung der Gebäude durch die Bière du Boxer), dessen Quellen 1920 der armenische Industrielle Puzant Masraff erworben hatte. 1850-1910 nahm die Bevölkerung stark zu. Nach dem Bau des Bahnhofs und der 1. Juragewässerkorrektion (1868-1891) entstand zwischen der mittelalterlichen Stadt und dem See eine Industriezone in der Nähe der Bahnlinie. Diese Zone bot auch Platz für die neuen Sport- und Freizeitaktivitäten (1898-1999 Pferderennbahn). Die Stadt erstellte neue Infrastruktureinrichtungen wie 1897 das Collège, 1898 das Casino-Theater und 1897 die Post. Nachdem das vergrösserte und modernisierte Thermalbad 1878 den Betrieb wieder aufgenommen hatte, erlebte es eine Glanzzeit. Der Aufschwung des Luxustourismus und der Erfolg der Hydrotherapie zogen eine kosmopolitische Kundschaft an. Doch der 1. Weltkrieg setzte diesem Kurbetrieb ein Ende. Erst nach einer vollständigen Umgestaltung blühte das neue Thermalzentrum ab 1977 wieder auf.

Werbeplakat für die Radios von Paillard, gestaltet von Martin Peikert, 1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
Werbeplakat für die Radios von Paillard, gestaltet von Martin Peikert, 1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). […]

Die Wirtschaft zog nach der Krise der 1930er Jahre und dem Krieg wieder an. Im Sog von Paillard (ca. 1400 Arbeitsplätze 1960) dominierte die Maschinenindustrie und verwandelte Yverdon in eine Industrie- und Arbeiterstadt, die 1968 zur zweitgrössten Stadt des Kantons aufstieg. Um die zahlreichen Einwanderer unterzubringen, wurden neue Quartiere gebaut. In den 1970er Jahren führte die Wirtschaftskrise zum Verlust vieler Arbeitsplätze und zu einem spürbaren Rückgang der Bevölkerung. Die Behörden bemühten sich, die lokale Wirtschaft neu auszurichten und das Image der Stadt aufzuwerten, indem sie das historische Zentrum sanierten und neue Kulturbetriebe förderten (1976 Maison d’Ailleurs, 1979 Théâtre de l’Echandole, 1979 Jeux du Castrum, um 1980 der wiederbelebte Karneval Brandons, Expo.02). Ferner investierte sie in den Bildungssektor (1974 Gymnasium; 1975 Ingenieurschule, umgewandelt 1998 in die Hochschule für Ingenieurwissenschaften und Verwaltung des Kantons Waadt) und in die neuen Technologien (1986 Y-Parc, erster Wissenschafts- und Technologiepark der Schweiz).

Quellen und Literatur

Ur- und Frühgeschichte
  • R. Kasser, Yverdon, histoire d'un sol et d'un site avec la cité qu'ils ont fait naître, 1975
  • D. van Berchem, Les routes et l'histoire, 1982, 263-276
  • C. Wolf, Le site littoral d'Yverdon, Avenue des Sports, 1993
  • Les embarcations gallo-romaines d'Y., Ausstellungskat. Y., 1997
  • L. Steiner et al., La nécropole du Pré de la Cure à Y., 2 Bde., 2000
  • C. Brunetti et al., Y. et Sermuz à la fin de l'âge du fer, 2007
  • C. Brunetti, D. Weidmann, «Eburodunum, entre deux eaux», in ArS 31, 2008, 22-29
Vom Frühmittelalter bis zum 21. Jahrhundert
  • R. Déglon, Yverdon au Moyen Age, 1949
  • Histoire d'Yverdon, 3 Bde., 1995-2001
  • J. Favrod, «Yverdon du Bas-Empire au Moyen Age», in La nécropole du Pré de la Cure à Y. 1, 2000, 18-30
  • D. de Raemy, Châteaux, donjons et grandes tours dans les Etats de Savoie (1230-1330), 2 Bde., 2004
  • C. Schülé, Les eaux thermales d'Y., 2007
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
2. Jh. n.Chr.: vikani Eburodunenses
3. Jh. n.Chr.: Eburoduno
um 400: castrum Eburodunense
971: in pago Everdunense
1177: in valle de Yverdun
Variante(n)
Eburodunum
Yverdon
Yverdon-les-Bains (ab 1982)
Endonyme/Exonyme
Iferten (Deutsch früher)
Yverdon-les-Bains (Französisch)