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Yvonand

Politische Gemeinde des Kantons Waadt, Bezirk Jura-Nord vaudois, am Südufer des Neuenburgersees. Sie umfasst das Dorf Yvonand sowie die Weiler La Mauguettaz, Niédens und Mordagne. 1010 Evonant. 1776 401 Einwohner; 1850 861; 1900 1187; 1950 1295; 2000 2278; 2010 2537.

Yvonand: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Yvonand: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Das fruchtbare Gebiet in der Bucht von Yvonand um die Einmündung der Menthue in den Neuenburgersee wurde vom Neolithikum (um 3900 v.Chr.) bis in die Spätbronzezeit (um 1000 v.Chr.) besiedelt. Bekannt sind die sechs Siedlungen Yvonand I-V und Cheyres. Die Fundstelle Yvonand-Le Marais, zu der die Dörfer Yvonand II, IV und V zählen, gehört zu den 56 Ufersiedlungen der Schweiz, die in der Unesco-Welterbeliste verzeichnet sind. In Mordagne, auf der linken Seite der Menthue, bestehen Überreste einer römischen villa. Der Gutshof wurde ab 100 n.Chr. bewirtschaftet und umfasste ein Gutshaus, das bis ca. 400 n.Chr. teilweise bewohnt war, sowie eine Einfriedung von 600 x 60 m, die rund ein Dutzend Gebäude umschloss.

Auf der rechten Seite der Menthue entwickelte sich im Mittelalter das Dorf Yvonand. Es gehörte zur Baronnie Grandson und bildete nach den Burgunderkriegen (1474-1477) eines der fünf Meierämter der gemeinen Herrschaft Grandson mit einem Gericht sowie einem 24-köpfigen und einem 17-köpfigen Rat. 1798-2006 war Yvonand dem Distrikt bzw. dem Bezirk Yverdon angegliedert. Die 1010 erstmals erwähnte Kirche Saint-Ours wurde 1749 neu gebaut. Sie erhielt 1906 einen neuen Glockenturm und 1988 eine barocke Orgel. 1531 predigte Antoine Froment den neuen Glauben. Seit 1959 existiert eine katholische Kapelle. Bis ins 19. Jahrhundert bildeten Landwirtschaft und Handwerk die Haupterwerbsquellen in Yvonand. Der Bau der Eisenbahnlinie Yverdon-Payerne (1877 Einweihung des Bahnhofs) und der Route des Grèves entlang des Sees nach Yverdon begünstigten die Ansiedlung von Industrie. 1880-1979 war die Ziegelei Dutoit-Morandi in Betrieb, 1975-1997 das Metallbauunternehmen Geilinger und 1982-2002 das Kabeltechnologieunternehmen Swisscab. Die Wirtschaft diversifizierte auf Handel (ab 1923 Radio-TV Delay, Fischgeschäfte), Tourismus (vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg Internate, seit 1950 Camping, 1977 Freizeithafen) und Kultur (seit 1986 Editions Bernard Campiche). Ab 1950 baute Yvonand seine Gemeindeinfrastruktur aus, unter anderem mit einer Sekundarschule und einer Mehrzweckhalle. Es entstanden auch neue Quartiere.

Quellen und Literatur

  • M. Colombo, «La villa gallo-romaine d'Y.-Mordagne et son cadre rural», in Etudes de lettres, 1982, Nr. 1, 85-103
  • R. Pasche-Cuagnier, J.-P. Grossrieder, Y. raconté par la carte postale (1890-1940), 1990
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1010: Evonant