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Steinhaus

Ehemalige politische Gemeinde VS, Bezirk Goms. Seit 2004 mit Mühlebach und Ausserbinn Teil der politischen Gemeinde Ernen. Zu dem am alten Talweg links der Rhone zwischen Rufi- und Löüwibach gelegenen Bauerndorf gehörten auch die inzwischen verlassenen Siedlungen Hofstette, Rufine, Rufibord und Richelsmatt. 1436 zem Steinhus. 1829 79 Einw.; 1850 97; 1900 86; 1950 87; 2000 33. Im Dorf soll eine Burg gestanden sein ("uff em Turre"), daher der Name S. Die Gemeinde war vom MA bis zum Ende des Ancien Régime Teil des Viertels Ernen im Untergoms (Grosspfarrei Ernen). Sie gab sich 1417 Statuten und erliess 1530 mit Richelsmatt eine gemeinsame, wiederholt erweiterte Ordnung für die Bauernzunft mit Bestimmungen über die Burgerrechte und die Nutzung der gemeinsamen Burgergüter. Auch kirchlich gehörte S. zu Ernen. Ein Pfarrrektorat in der 2. Hälfte des 18. Jh. war von kurzer Dauer. Der Altar in der der hl. Familie geweihten Dorfkapelle von 1728/29 stammt wohl vom Mühlebacher Bildhauer Johann Joseph Bodmer. Zu Beginn des 21. Jh. lebte in S. noch ein Vollzeitbauer und etwa zehn Berufstätige arbeiteten ausserhalb des Dorfs im 2. oder 3. Sektor.

Quellen und Literatur

Zitiervorschlag

Bernard Truffer: "Steinhaus", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.01.2017. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002700/2017-01-04/, konsultiert am 26.11.2022.