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Miège

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Wallis, Bezirk Siders, 2021 mit Venthône und Veyras zur Gemeinde Noble-Contrée fusioniert. Haufendorf inmitten der Weinberge am rechten Ufer der Rhone, westlich des Flüsschens Raspille, das die Grenze zum deutschsprachigen Oberwallis bildet. 1226 Mieio, deutsch früher Miesen. 1798 280 Einwohner; 1850 283; 1900 438; 1950 591; 2000 913; 2010 1245; 2020 1398.

Miège: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Miège: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Auf dem Gebiet von Miège wurden Gräber aus der Eisenzeit und dem frühen Mittelalter gefunden. Im 12. Jahrhundert gehörte der Ort zur bischöflichen Herrschaft Siders und war von ca. 1560 bis 1674 als Vizedominat im Besitz der de Preux. Im 15. Jahrhundert als communitas erwähnt, befand sich das Dorf im mittleren Drittel der sogenannten Contrée von Siders, die wiederum ein Drittel des Zenden Siders bildete. 1839 wurde die politische Gemeinde geschaffen, 1872 die Bürgergemeinde. Nachdem das 1631 erbaute Gemeindehaus 1857 einem Brand zum Opfer gefallen war, errichtete die Gemeinde einen Neubau. Bis Miège 1785 eine eigene Pfarrei wurde, war es nach Saint-Maurice-de-Laques (Mollens) kirchgenössig. Die der heiligen Barbara geweihte Kapelle ist 1626 belegt. Die Kirche wurde 1877-1881 neu gebaut und 1932 vergrössert. In den 1970er Jahren wurde das Weinbaugebiet einer Flurbereinigung unterzogen. 2000 stellte der Primärsektor noch mehr als ein Viertel der Arbeitsplätze. Von den 1980er Jahren an entwickelte sich Miège zunehmend zum erweiterten Wohngebiet von Siders. 2000 pendelten zwei Drittel der Erwerbstätigen.

Quellen und Literatur

  • Conne, Olivier: La contrée de Sierre, 1302-1914, 1991.
  • Caloz, François: Miège... mon village, 1994.
  • Clavien, Max-Camille; Clavien, Germain: Histoire de Miège, 1999.
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1226: Mieio
Endonyme/Exonyme
Miesen (deutsch nicht mehr gebräuchlich)

Zitiervorschlag

Hugues Rey: "Miège", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.08.2021, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002787/2021-08-02/, konsultiert am 21.05.2022.