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BevaixGemeinde

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Neuenburg, Bezirk Boudry, am Nordufer des Neuenburgersees, bildet seit 2018 mit Fresens, Gorgier, Montalchez, Saint-Aubin-Sauges und Vaumarcus die Gemeinde La Grande Béroche. 998 in villa Bevacensi. 1559 36 Haushalte; 1750 431 Einwohner; 1850 740; 1900 1074; 1950 1217; 1970 1945; 2000 3603; 2010 3837; 2017 3784.

Bevaix: Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Bevaix: Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Von den zwölf Fundstellen am Seeufer aus dem Neolithikum und der Bronzezeit gehört Bevaix-L’Abbaye 2 zu den 56 Ufersiedlungen der Schweiz, die im Unesco-Welterbe Aufnahme fanden. Westlich des Dorfs kamen ein Gräberfeld der Urnenfelderkultur und ein Menhir am Fusse des Juras zum Vorschein, die beide aus der Bronzezeit stammen. In der Bucht von Bevaix wurden Einbäume und Boote gefunden, die zum Verständnis der gallorömischen Schiffbautechnik beigetragen haben. Drei Reihen teils gemauerter Gräber aus der Burgunderzeit wurden bei der Abtragung des Burghügels Châtelard zerstört.

Das Territorium, in dem das 998 gegründete Cluniazenserpriorat Bevaix die Grundherrschaft ausübte, deckte sich mit demjenigen der späteren Gemeinde. Um 1263 war sie gemeinsamer Besitz der Herren von Gorgier, von Colombier und des Priors. Der Graf von Neuenburg besass als Landesherr das Wachtgeld, das Aufgebotsrecht und die Blutgerichtsbarkeit. Bevaix unterstand dem Landrecht von Neuenburg. Nach der Reformation ging die Herrschaft Bevaix 1541 bzw. 1545 in zwei Etappen an Johann Jakob von Wattenwyl als Herrn von Colombier, 1564 an die Grafen von Neuenburg über. Zivilgerichtlich bildete Bevaix eine Mairie (1362 erstmals erwähnt); Berufungsinstanz waren zuerst die oben erwähnten drei Gerichtsherren, später der Graf bzw. Fürst von Neuenburg. Die Mairie wurde 1832 zugunsten von Boudry abgeschafft, wo bereits die Strafgerichtsbarkeit lag. Da das in der Nähe des Priorats gelegene Gotteshaus von Bevaix verfiel, wurde im Dorfzentrum eine neue Kirche erbaut und 1605 fertiggestellt. Das oberhalb eines kleinen sumpfigen Plateaus gelegene Dorf Bevaix ist schon für die Zeit der Gründung des Priorats belegt. 1263 legte ein Abkommen zwischen den drei Gerichtsherren die Rechte der Einwohner fest. Ende des 15. Jahrhunderts organisierten sich die Dorfgenossen und erlangten vom Priorat Wälder, Wiesen und unbebautes Land. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts versuchten sie ohne Erfolg, eigene Satzungen zu erlassen und sich von den härtesten Bussgeldern zu befreien. Das 18. Jahrhundert war geprägt von einem heftigen Streit mit den Hintersassen um die Waldnutzung. Im frühen 19. Jahrhundert schlossen sich viele Einwohner von Bevaix der republikanischen Bewegung an. Die Indiennemanufakturen am Unterlauf der Areuse zogen viele Arbeitskräfte aus Bevaix an; das Dorf selbst blieb aber Bauerndorf. Entwässerungen um 1900 und Güterzusammenlegungen von 1941-1945 und 1960 veränderten die Agrarlandschaft. Mit dem Bau der Bahnstation 1859-1860 und mit der Zunahme des Strassenverkehrs im 20. Jahrhundert entwickelte sich Bevaix allmählich zu einer Wohngemeinde. Die Industrie wird von der Mikrotechnik bestimmt.

Quellen und Literatur

  • A. Schnegg, «B., du prieuré clunisien à la seigneurie», in MN, 1958, 12-28
  • Kdm NE 2, 1963, 395-418
  • J.-D. Morerod, «La fondation de B. et les débuts de l'hist. neuchâteloise», in RHN, 1998, 193-210
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
998: in villa Bevacensi
1139: Betuaci