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GorgierGemeinde

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Neuenburg, Bezirk Boudry, am Nordufer des Neuenburgersees, bildet seit 2018 mit Bevaix, Fresens, Montalchez, Saint-Aubin-Sauges und Vaumarcus die Gemeinde La Grande Béroche. Die Gemeinde umfasste das Dorf Gorgier in Hanglage, den Weiler Chez-le-Bart am Seeufer sowie das Streusiedlungsgebiet Les Prises. 1252 de Corgie. 1632 509 Einwohner; 1750 445; 1850 866; 1950 1012; 2000 1775; 2010 1922; 2017 2021 .

Gorgier: Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Gorgier: Situationskarte 2017 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Unter den fünf neolithischen Fundplätzen am Seeufer von Gorgier gehört das 1909 entdeckte Gorgier-Les Argilliez zu den 56 Ufersiedlungen der Schweiz, die in der Welterbeliste der Unesco eingetragen sind. Mehrere Tumuli und Megalithen datieren aus der Hallstattzeit. Zudem sind ein römischer Gutshof aus dem 2. bis 3. Jahrhundert und ein burgundisches Gräberfeld zu verzeichnen.

Gorgier, dessen Kern ein Strassengeviert am Hang bildete, ist seit 1340 bezeugt. Es gehörte bis 1831 zur gleichnamigen Herrschaft und war Teil der Pfarrei Saint-Aubin, gemeinhin La Béroche genannt. Dem Ort war dasselbe Schicksal beschieden wie den anderen Dörfern der Pfarrei: 1398 als Mitbürger von Estavayer anerkannt, waren die Einwohner von Gorgier bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts dem Gewohnheitsrecht dieser Stadt unterstellt, anschliessend jenem von Neuenburg. Das Gebiet von Gorgier umfasste am Ende des Mittelalters die Siedlungswüstung Les Ouches. 1831 erhielt es eine kleine Herrschaft, Nachfolgerin der ebenfalls zerstörten Ortschaft Derrière-Moulin, die vorerst von Vaumarcus und anschliessend von der Mairie von Bevaix abhängig gewesen war. Trotz der 1859-1860 errichteten Bahnstation blieb Gorgier bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein Bauerndorf, in dem vorwiegend Acker- und Weinbau betrieben wurden. Von 1960 an nahm seine Einwohnerzahl mit dem Bau von Wohnquartieren in der Umgebung des Bahnhofs langsam zu. Industriebetriebe gibt es nur in der Drehteilefertigung und der Essigverarbeitung.

Quellen und Literatur

  • E. Quartier-la-Tente, Le canton de Neuchâtel 4, 1912, 857-861, 934-937
  • L. Montandon, «La seigneurie de Derrière-Moulin», in MN, 1959, 115-122
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