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LesBrenets

Das Dorf vom französischen Ufer des Doubs aus gesehen. Radierung von Abraham Girardet, 1792 (Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel).
Das Dorf vom französischen Ufer des Doubs aus gesehen. Radierung von Abraham Girardet, 1792 (Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel).

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Neuenburg, Region Montagnes, 2021 mit der Gemeinde Le Locle fusioniert. Les Brenets liegt auf der Nordseite des Juras. Die Grenze zu Frankreich bildet der Doubs. Bis 1702 unterstand Les Planchettes der Gerichtsbarkeit von Les Brenets. 1325 chiez le Bruignet. 1531 31 Haushalte; 1750 846 Einwohner; 1850 1172; 1860 1547; 1900 1420; 1950 1381; 2000 1164; 2010 1089; 2020 1014.

Les Brenets: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.
Les Brenets: Situationskarte 2020 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2021 HLS.

Vom Priorat Morteau abhängig, wurde Les Brenets im 15. Jahrhundert von Johann III. von Aarberg, Inhaber der Herrschaft Valangin, beansprucht. 1511-1512 liess Claudius von Aarberg eine Pfarrkirche erbauen. 1520 wechselte die Pfarrei von der Diözese Besançon zur Diözese Lausanne. Die Reformation besiegelte 1534 die Zugehörigkeit von Les Brenets zur Herrschaft Valangin. Die durch einen Brand 1694 beschädigte Kirche wurde wieder aufgebaut. Bereits 1519 ist ein Maire erwähnt, aber erst 1539 löste sich die Mairie Les Brenets von jener von Le Locle. Die Gemeinde gehörte von 1848 bis 2017 zum Bezirk Le Locle. Ackerbau, Vieh- und Waldwirtschaft spielten seit frühesten Zeiten eine grosse Rolle. Die Wasserkraft des Doubs ermöglichte die Einrichtung von Sägewerken und Schmieden. Seit dem 18. Jahrhundert verbreiteten sich Uhrmacherei, Spitzenklöppelei in Heimarbeit und Strumpffabrikation. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Uhrmacherateliers, nach 1830 folgten grössere Werkstätten (Perret, Quartier, Ryser, Guinand). Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts herrschte die Kleinindustrie vor (Uhren, Elektronik, Mechanik, Walzwerke). Die 1806 eröffnete Strasse verband Les Brenets mit Le Locle; 1890 wurde die regionale Bahnlinie zwischen den beiden Orten eingeweiht. Am 19. September 1848 brannte das Dorf fast vollständig nieder und wurde danach schachbrettartig wieder aufgebaut. Am Lac des Brenets – entstanden durch Bergrutsche, die den Doubs stauten – entwickelte sich Hotelgewerbe.

Quellen und Literatur

Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1325: chiez le Bruignet

Zitiervorschlag

Müller, Christine: "Brenets, Les", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.08.2021, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002840/2021-08-11/, konsultiert am 22.09.2021.