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Travers

Ehemalige politische Gemeinde des Kantons Neuenburg, Bezirk Val-de-Travers, bildet seit 2009 mit Les Bayards, Boveresse, Buttes, Couvet, Fleurier, Môtiers (NE), Noiraigue und Saint-Sulpice (NE) die neue Gemeinde Val-de-Travers. Dorf auf beiden Seiten der Areuse mit zahlreichen Weilern. 1202 Transversum, 1229 Travers. Es scheint keine Verbindung zwischen dem Namen des Dorfs Travers, bei dem die Areuse überquert wird, und demjenigen des Tals zu geben, das ab dem 11. Jahrhundert als vallis transversa erwähnt wird; die Frage bleibt aber offen. 1850 1471 Einwohner; 1900 2093; 1950 1653; 2000 1180.

Ab dem 13. Jahrhundert gehörte Travers den Grafen von Neuenburg. 1413 erhob Konrad von Freiburg Travers zu einer Herrschaft, zu der auch Noiraigue und Rosières gehörten. Zunächst war Travers an Hans von Neuenburg-Vaumarcus verliehen. Die Herrschaft ging 1587 an die Familie von Bonstetten und 1761 an die Familie Sandoz über, die sie 1827 den Fürsten von Neuenburg übergab. Die dem heiligen Cosmos geweihte, 1228 erwähnte Kirche wurde 1569 nach einer baulichen Veränderung reformiert. 1939 wurde die katholische Kirche St. Josef erbaut. Travers war Sitz einer Meierei. 1848 spielte Travers eine wichtige Rolle bei der Überwindung des Ancien Régime. 1850 gab es sich als erste Neuenburger Gemeinde eine republikanisch geprägte Munizipalität. Die Landwirtschaft wurde als wichtigster Wirtschaftszweig ab ca. Mitte des 19. Jahrhunderts von der sich rasch ausbreitenden Industrie abgelöst. Zahlreiche Uhrenmanufakturen liessen sich nieder und die grossen Vorkommen von Asphalt, die 1711 in La Presta entdeckt worden waren, wurden nun systematisch abgebaut. Die Bahnlinie Neuenburg-Pontarlier und die Anlage des Kopfbahnhofs der Regionalbahn durch das Val-de-Travers trugen ab 1860 bzw. 1883 ebenfalls zur ökonomischen Entwicklung von Travers bei. 1865 zerstörte eine Feuersbrunst 101 Häuser. Der Wiederaufbau des Dorfs verstärkte die industrielle Ausrichtung von Travers. Ab 1975 verlor Travers nach und nach die meisten seiner Firmen und entwickelte sich zu einem Wohndorf, dessen Bewohner ausserhalb des Orts arbeiteten. Wegen der zahlreichen Einzelhöfe bewahrte Travers trotzdem seinen agrarischen Charakter.

Quellen und Literatur

  • Kdm NE 3, 1968, 17-27
  • J.-P. Jelmini, E.-A. Klauser, Travers 1202-2002, 2002
  • L. Bartolini et al., Le Val-de-Travers, 2008
Weblinks
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GND

Zitiervorschlag

Jean-Pierre Jelmini: "Travers", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.10.2016, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002881/2016-10-26/, konsultiert am 03.03.2024.