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Epiquerez

Ehemalige politische Gemeinde JU, Bezirk Pruntrut, bildet seit 2009 mit Epauvillers, Montenol, Montmelon, Ocourt, Saint-Ursanne und Seleute die neue Gemeinde Clos du Doubs. Das im Clos du Doubs gelegene E. umfasste mehrere Weiler, u.a. Chervillers und Essertfallon. 1446 Es Piquerez. 1818 164 Einw.; 1850 249; 1870 285; 1900 186; 1930 114; 1950 171; 1990 74; 2000 81; 2008 89.

Epiquerez: Situationskarte 2008 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.
Epiquerez: Situationskarte 2008 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2020 HLS.

Bis 1794 gehörte E. zur Propstei Saint-Ursanne. 1614 konnte E. eine Verminderung der Abgaben an das Kapitel Saint-Ursanne erwirken; ein ähnliches Ansinnen gegenüber Epauvilliers konnte hingegen 1728 nicht durchgesetzt werden. Kirchlich war E. immer Teil der Pfarrei Epauvilliers. Auf Geheiss des Basler Fürstbischofs wurde der Revolutionär Jean-Claude Piqueré mit seinem Sohn Nicolas 1791 im Schloss Pruntrut eingekerkert; bei seiner Befreiung pflanzte man im Dorf einen Freiheitsbaum. Nach dem Anschluss an die franz. Departemente Mont-Terrible und Haut-Rhin (1793-1813) gehörte E. 1815-1978 zum Kt. Bern sowie bis zur Gemeindefusion zum Bezirk Freiberge. Die 1329 erwähnte Mühle von Chervillers war bis 1778 in Betrieb. 1883-86 Bau einer Schule. 1869 gewährte die damalige Gemeinde E. dem ital. Revolutionär Giuseppe Mazzini das Ehrenbürgerrecht. Immer noch landwirtschaftlich geprägt.

Quellen und Literatur

  • F. Chèvre, Histoire de St-Ursanne, du chapitre, de la ville et de la prévôté de ce nom, 1887 (Neudr. 1981)
  • J.-P. Prongué, La Prévôté de Saint-Ursanne du XIIIe au XVe siècle, 1995

Zitiervorschlag

Rebetez, Claude: "Epiquerez", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.05.2020, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002961/2020-05-18/, konsultiert am 27.01.2021.