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LilianUchtenhagen

Drei der ersten nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 in den Nationalrat gewählten Frauen im Bundeshaus-Café Vallotton: Lilian Uchtenhagen (Mitte) zusammen mit der Neuenburger Liberalen Tilo Frey (rechts) und der Freiburger Freisinnigen Liselotte Spreng (links). Fotografie aufgenommen am 30. November 1971 (KEYSTONE, Bild 54228900).
Drei der ersten nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 in den Nationalrat gewählten Frauen im Bundeshaus-Café Vallotton: Lilian Uchtenhagen (Mitte) zusammen mit der Neuenburger Liberalen Tilo Frey (rechts) und der Freiburger Freisinnigen Liselotte Spreng (links). Fotografie aufgenommen am 30. November 1971 (KEYSTONE, Bild 54228900).

7.9.1928 Olten,6.9.2016 Zürich, von Olten, nach der Heirat von Sissach. Tochter des August Brunner, Kaufmanns, und der Elisabeth geborene Netzer. 1956 Ambros Uchtenhagen, Psychiater, Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Sohn des Walter Erich Uchtenhagen, Kaufmanns. Ab 1947 studierte Lilian Brunner Staatswissenschaften an der Universität Basel und der London School of Economics und promovierte 1954 in Basel. 1955-1956 liess sie sich in den USA zur Psychiatric Aid ausbilden. Danach war sie Lehrerin für Staats- und Wirtschaftskunde an der Handelsschule des Kaufmännischen Vereins in Zürich und 1966-1986 Dozentin für Politik und Volkswirtschaftslehre an der Schule für Soziale Arbeit in Zürich. Sie engagierte sich in der Zürcher Frauenzentrale sowie beim Bund Schweizerischer Frauenorganisationen (BSF) und war 1957-1973 im Vorstand des Frauenstimmrechtsverbands. Als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SP) war sie 1970-1974 Gemeinderätin (Legislative) der Stadt Zürich und 1971-1991 Nationalrätin. Uchtenhagen gehörte zu den ersten zehn Frauen, die nach der Annahme des Frauenstimmrechts 1971 in den Nationalrat gewählt wurden. 1983 als erste Schweizerin zur Wahl in den Bundesrat vorgeschlagen, unterlag sie ihrem vom Bürgerblock unterstützten Parteikollegen Otto Stich, was in der SP eine Grundsatzdebatte über die Regierungsbeteiligung auslöste. Lilian Uchtenhagen war zudem 1981-1997 Verwaltungsratspräsidentin bei Coop Zürich LVZ und 1998-2003 Präsidentin von Swissaid.

Quellen und Literatur

  • Wiedmer-Zingg, Lys: Die Schweiz-Macherinnen. Zehn Spitzenpolitikerinnen im Glashaus, 1987, S. 167-182.
  • Girsberger, Esther: Abgewählt. Frauen an der Macht leben gefährlich, 20042, S. 168-177.
  • Wottreng, Willi: Revolutionäre und Querköpfe. Zürcher Schicksale, 2005, S. 23-28.
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Baertschi, Christian: "Uchtenhagen, Lilian", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.09.2016. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003318/2016-09-19/, konsultiert am 08.03.2021.