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Solduno

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Locarno, 1928 in Locarno eingemeindet. Das Gemeindegebiet erstreckte sich von dem Gebiet Passetto bis Ponte Brolla und umfasste auch die Vattagne. 1309 Soldunum. 1591 60 Feuerstellen und 202 Einw.; 1800 301 Einw.; 1850 268; 1900 378; 1920 549.

Durchsichtiger Glaskrug, blau schimmernd, aus einem Skelettgrab der römischen Nekropole von Locarno-Solduno (Ufficio dei beni culturali, Servizio archeologia, Bellinzona).
Durchsichtiger Glaskrug, blau schimmernd, aus einem Skelettgrab der römischen Nekropole von Locarno-Solduno (Ufficio dei beni culturali, Servizio archeologia, Bellinzona).
Blauer Glaskrug, gefunden in einem Skelettgrab der römischen Nekropole von Locarno-Solduno (Ufficio dei beni culturali, Servizio archeologia, Bellinzona).
Blauer Glaskrug, gefunden in einem Skelettgrab der römischen Nekropole von Locarno-Solduno (Ufficio dei beni culturali, Servizio archeologia, Bellinzona).

Zwischen 1935 und 1987 durchgeführte archäolog. Ausgrabungen förderten 219 latène- und 62 römerzeitl. Gräber einer Nekropole zu Tage, die mind. von 280 v.Chr. bis ins 3. Jh. n.Chr. kontinuierlich benutzt wurde. Während des MA teilte S. das Schicksal von Locarno und gehörte denn auch zur Landschaftsgemeinde von Locarno und Ascona. Vor einem Schiedsspruch von 1316 erscheint S. nicht als selbstständige Nachbarschaft; seine Güter waren vor diesem Zeitpunkt nicht aus denjenigen der Korporation der Bürger von Locarno ausgeschieden. Die 1385 geweihte und 1778-89 neu errichtete Kirche S. Giovanni Battista ist möglicherweise älteren Datums. Sie hing als Rektorat von der Pfarrei Locarno ab; sie hat seit 1888 einen eigenen Pfarreirat und wurde 1991 zur Pfarrkirche erhoben. Die Einwohner von Solduno widmeten sich der Viehzucht, dem Anbau und der Verarbeitung von Getreide (Mühlen am Fluss ab 1321 erw.), dem Weinbau (diverse Weintrotten) und dem Fischfang. Zu Beginn des 20. Jh. veränderte sich die soziale Struktur der Gem., weil sich viele der Arbeiter, die an der 1891-1907 ausgeführten Eindämmung der Maggia arbeiteten, in ihr niederliessen. Nach der Eingemeindung behielt S. eine eigene Bürgergemeinde bei. Die ursprüngl. Dorfanlage war noch Ende der 1950er Jahre erkennbar. Zu Beginn des 21. Jh. ist S. ein Stadtquartier, das sich längs der Kantonsstrasse zwischen den Abhängen des Monte Bré und der Maggia dahinzieht.

Quellen und Literatur

  • A. Malè, S., 1961
  • Kdm TI 1, 1972, 326-338
  • Locarno: La necropoli romana di S., hg. von P. Donati, 1979 (21988)
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Huber, Rodolfo: "Solduno", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.02.2012, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003320/2012-02-10/, konsultiert am 22.09.2021.