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Stechlenegg

Streusiedlung und später Halbrhode, Bez. Gonten AI, an der Grenze zum Kt. Appenzell Ausserrhoden gelegen. Das 1480 erstmals erw. Gebiet gehörte im MA anfänglich zur Vogtei Hundwil und dann zur oberen Rhode Hundwil. Die kath. Einwohner schlossen sich bei der Teilung des Landes Appenzell 1597 den inneren Rhoden an. 1598 nahm man die Stechlenegger in geistl. und weltl. Hinsicht als Kirchgenossen von Appenzell an, seit 1648 sind sie nach Gonten pfarrgenössig. Doch wurde die zusammen mit dem Gebiet Lauftegg und Teilen von Hintergonten gebildete Halbrhode S. nie als ganz gleichberechtigt behandelt; die Stechlenegger blieben vom Nutzungsrecht der innerrhod. Gemeingüter ausgeschlossen. Die kant. Verfassung von 1814 vereinigte S. mit der Halbrhode Rinkenbach. 1609 wurde durch ein Abkommen beider Appenzell die freie Niederlassung der Landleute im konfessionell gemischten Gebiet S. gewährleistet. Wie bis anhin bildeten die Grundstücksgrenzen zugleich auch die Grenzen zwischen den Halbkantonen. Ab 1637 durfte jedoch bei Handänderungen die Standeszugehörigkeit nicht mehr wechseln. Erst 1851 wurden in einer Konferenz durch Abgeordnete beider Kantonsteile die Grenzverhältnisse endgültig geregelt, einige Liegenschaften gerieten unter ausserrhod. Territorialhoheit und fielen an die Gem. Hundwil. Mit der Neugestaltung Appenzell Innerrhodens 1872 verlor die Halbrhode ihre polit. Bedeutung, ihr Gebiet wurde in den neuen Bez. Gonten integriert.

Quellen und Literatur

  • AppGesch 1 und 3
  • I. Bischofberger, Grenzstreitigkeiten zwischen Appenzell Ausser- und Innerrhoden, [1990], 85-88
  • A. Weishaupt, Gesch. von Gonten, 2 Bde., 1997