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Kuba

Situationskarte Kuba © 2001 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Kuba © 2001 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Ab 1511 war K. eine span. Kolonie. 1898 trat Spanien die Insel an die USA ab, welche 1902 die teilsouveräne Republik K. mit Interventionsrecht der USA errichteten. Nach einem mehrjährigen Guerillakrieg übernahm die kommunist. Partei unter Fidel Castro 1959 die Macht. Das sozialist. K. wurde als Satellit der Sowjetunion von den westl. Staaten unter Führung der USA boykottiert.

K. gehörte bereits im 19. Jh. zu den Exportdestinationen schweiz. Handelshäuser. 1827 verlangte der Kt. St. Gallen von der eidg. Tagsatzung, dass auf K. ein Konsulat errichtet werde. Aber erst der Bundesstaat eröffnete 1865 ein Honorarkonsulat in Havanna, das 1876 während des 1. kuban. Unabhängigkeitskriegs geschlossen und 1918 erneut eröffnet wurde. 1935 wurde es zum Generalkonsulat, 1951 zur Gesandtschaft, 1957 zur Botschaft erhoben. Während des 2. Weltkriegs hatte die Schweiz Schutzmachtmandate für K. in Deutschland, Frankreich, Italien und Japan inne, de facto auch in Belgien und der Tschechoslowakei. Als Folge der kuban. Revolution von 1959 vertrat die Schweiz in Kuba die Interessen zahlreicher amerikan. Staaten. So nahm die Schweiz ab 1961 die Interessen der USA in K. und ab 1991 auch jene K.s in den USA wahr, bis die beiden Länder 2015 die diplomat. Beziehungen wieder aufnahmen.

Bis Anfang der 1860er Jahre entwickelte sich der Export nach K. günstig (v.a. Uhren, Käse, Manufakturen). Die Wirtschaftsdepression K.s in den 1860er Jahren und die darauffolgenden Jahrzehnte der Unabhängigkeits- und Bürgerkriege halbierten jedoch die schweiz. Ausfuhr. Erst Anfang des 20. Jh. begann K., das nun de facto ein US-Protektorat war, sich wirtschaftlich zu erholen und als Absatzmarkt für Schweizer Exporte (v.a. Textilien) wieder attraktiv zu werden. Obschon der Handel gegen Ende der 1920er Jahre abflaute, eröffnete 1929 der Nestlé-Konzern eine Dosenmilchfabrik auf K., die 1960 verstaatlicht wurde. Um die wirtschaftl. Beziehungen zu beleben, war die Schweiz am Abschluss eines Handelsvertrags mit Meistbegünstigungsklausel interessiert. Dieser kam aber erst 1954 zustande, nachdem es 1935 nur zu einer Übereinkunft die Minimalzolltarife betreffend gekommen war. Der Handel zwischen der Schweiz und K. gedieh auch nach 1959. Die Schweiz lieferte zur Hälfte Chemikalien und pharmazeut. Produkte, K.s Exporte bestanden zu zwei Dritteln aus Tabak. In den 1980er Jahren entwickelte sich die Schweiz infolge des Handelsembargos der USA gegen K. zum bevorzugten Standort amerikan. Tochterfirmen, die von hier aus ihre Geschäftsbeziehungen mit K. aufrechterhielten. Seit 1997 besteht zwischen der Schweiz und K. ein Investitionsschutzabkommen.

Die Zahl der in der Schweiz lebenden Kuban. Staatsangehörigen ist insbesondere seit den 1990er Jahren stark angestiegen, von 91 (1990) auf 1'062 Personen (2001). Die Schweizer Kolonie in K. wuchs von weniger als 50 Personen 1865 bis in die 1950er Jahre auf annähernd 200 an, um dann in den 1960er Jahren auf unter 100 zu sinken. Im Jahr 2001 lebten 129 Schweizer Bürger auf K. Insbesondere seit den 1980er Jahren wird ein kultureller Austausch gepflegt (Film, Literatur, Theater). Dieser wird u.a. von der Vereinigung Schweiz-Cuba gefördert. Die seit 1992 bestehende Organisation MediCuba liefert von der Schweiz aus Technologie für die kubanische pharmzeut. Industrie, um das Gesundheitswesen in K. zu erhalten. Für einen Teil der Schweizer Linken haben die sozialist. Gesellschaft K.s und die charismat. Figuren der kuban. Revolution, Fidel Castro und Che Guevara, bis in die Gegenwart Vorbildcharakter.

Quellen und Literatur

  • T. Fischer, Die guten Dienste des IKRK und der Schweiz in der K.-Krise 1962, 2000
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