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Peru

Situationskarte Peru © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Peru © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

P. war das Zentrum des Inkareichs und ab den 1530er Jahren eine span. Kolonie. 1821 proklamierte es die unabhängige Republik. 1825 spaltete sich der obere Landesteil ab und nannte sich fortan Bolivien. Versch. Diktaturen und liberale Regimes folgten aufeinander, bis das Land 1980 zur Demokratie zurückfand. Der Aufstand der maoist. Bewegung Leuchtender Pfad löste blutige Wirren aus, die ein ganzes Jahrzehnt andauerten. Die Jahre um die Jahrtausendwende sind trotz Wirtschaftswachstum von polit. Instabilität und verschärften sozialen Spannungen geprägt.

Im 17. und 18. Jh. reisten einige Schweizer Missionare nach P., darunter der Freiburger Jesuit Jean Magnin. Ab dem 19. Jh. liessen sich Tessiner Händler im Land nieder (u.a. die Piazza). Zur gleichen Zeit untersuchte der Glarner Johann Jakob von Tschudi auf einer seiner Südamerikareisen die peruan. Fauna und prangerte die Plünderungen der archäolog. Fundstellen im Land an. 1884 eröffnete die Schweiz ihr erstes Konsulat im Lima, das 1931 zum Generalkonsulat, 1946 zur Gesandtschaft und 1957 zur Botschaft erhoben wurde. Im 2. Weltkrieg vertrat die Schweiz offiziell die Interessen P.s in Deutschland, Frankreich und Italien sowie diejenigen von Vichy-Frankreich in P. 1986 vertrat sie auch die Interessen Südafrikas in P. 1953 schlossen die Schweiz und P. ein erstes Handelsabkommen ab (mit Meistbegünstigungsklausel). 1964 und 2007 folgten Abkommen über techn. und wissenschaftl. Zusammenarbeit, 1976 über Finanzhilfe, 1991 über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen, 1997 über Rechtshilfe und 2000 über den Luftverkehr.

2007 exportierte die Schweiz für 101,6 Mio. Fr. nach P. (Maschinen, Pharmazeutika, Uhren) und importierte für 36,2 Mio. Fr. (Kaffee, Gemüse, Maschinen). Diese Zahlen klammern den Import von peruan. Gold in die Schweiz aus, der sich 2006 auf 1,68 Mrd. Dollar belief. Ein Jahr zuvor hatte die Schweiz den fünften Rang im peruan. Aussenhandel (einschliesslich Gold) belegt und 4,6% der Ausfuhr aus P. abgedeckt. 2006 beliefen sich die schweiz. Direktinvestitionen auf 460 Mio. Fr. Mehrere Schweizer Firmen haben Tochterfirmen in P., darunter Nestlé, Société générale de surveillance (SGS), Panalpina, Glencore, Schindler oder Asea Brown Boveri. 2006 beschäftigten die Schweizer Unternehmen rund 5'885 Mitarbeiter in P. 1979 entstand in Lima die Schweiz. Handelskammer. Seit 1964 zählt P. zu den Schwerpunktländern der Schweiz. Entwicklungszusammenarbeit. Diese betrifft die Good Governance, die Förderung von Klein- und Mittelbetrieben, die Berufsbildung und die Unterstützung der lokalen Gemeinschaften. 2007 leistete die Eidgenossenschaft 15,4 Mio. Fr. an Subventionen. 1993 tilgte Bern die peruan. Staatsschuld. Im Gegenzug verpflichtete sich P. zur Schaffung eines Fonds in derselben Höhe (49 Mio. Fr.), aus dem die Förderung von Kleinunternehmen sowie Umweltprojekte und die soziale Infrastruktur finanziert wurden.

Die von der Eidgenossenschaft unterstützte Schweizer Schule in Lima wurde 1943 gegründet und zu Beginn von Konrad Huber geleitet. 1985 und 1986 war P. Gastland an der Mustermesse Basel und organisierte daraufhin mehrere Ausstellungen zum Thema Schweiz: 1986 über Schweizer Fotografen ab 1840, 1988 über Mario Botta und 1995 über St. Galler Kultur. Die beiden Länder unterhalten regen polit. Kontakt. Die Staatspräsidenten Alberto Fujimori und Alejandro Toledo besuchten die Schweiz 1996 bzw. 2003 im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos. 2005 bzw. 2006 waren die Bundesräte Micheline Calmy-Rey und Pascal Couchepin auf Staatsbesuch in P. 2008 lebten 2'573 Schweizer Bürger in P. (darunter 2'128 Doppelbürger), während in der Schweiz 2'956 Peruanerinnen und Peruaner wohnten.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
  • Boletin de Lima, 2007, Nr. 149/150 (Sondernr. zur Schweizer Auswanderung nach P.)