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Jordanien

Situationskarte Jordanien © 2003 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Jordanien © 2003 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Das östlich des Jordans gelegene Transjordanien war von 1516 bis zum 1. Weltkrieg Teil des Osman. Reichs, wurde 1921 ein Emirat unter brit. Mandat und 1946 ein Königreich unter der Dynastie der Haschemiten. Im israel.-arab. Krieg 1948-49 annektierte es Cisjordanien und wurde zum Königreich J., das die Schweiz 1949 anerkannte. 1967 verlor J. Cisjordanien wieder. Bilaterale Abkommen zwischen J. und der Schweiz wurden 1974 und 2003 über den regelmässigen Luftverkehr, 1976 und 2001 über Investitionsförderung und -schutz, 1976, 2001 und 2004 über Handel und wirtschaftl. Zusammenarbeit, 1984 über den Strassenverkehr, 1985 (60 Mio. Fr.) und 2002 über einen Mischkredit und 1989 über eine Schuldenstaffelung für ca. 17 Mio. Fr. geschlossen. Weitere Abkommen über Schuldenstaffelungen kamen 1993, 1995, 1997, 1999 und 2003 zu Stande. Die Handelsbeziehungen blieben beschränkt. 1998 beliefen sich die Exporte J.s in die Schweiz auf 0,4 Mio. Fr., diejenigen der Schweiz nach J. auf 86 Mio. Fr., 2004 waren es 0,6 bzw. 143,4 Mio. Fr. Schweizer Firmen bauten in J. Industrieanlagen (Elektrizitätswerke, Silos, Kunststoff-, Asbest- und Aluminiumfabriken). Die Zahl in J. lebender Schweizer stieg von 14 im Jahr 1954 auf 72 1984 bzw. 148 2004 (1984 lebten 226 Jordanier in der Schweiz, 2004 295). Sie arbeiteten im Rahmen der Hilfe für palästinens. Flüchtlinge für internat. Organisationen (z.B. UNWRA und IKRK), deren Tätigkeiten - wie auch weitere humanitäre Aktionen in J. - von der Eidgenossenschaft unterstützt werden. 1990 und 1991 erhielt J. von der Schweiz rund 62 Mio. Fr., um den Folgen der irak. Invasion in Kuweit zu begegnen. J. ist ein wichtiger Partner für die polit. Beziehungen der Schweiz mit dem Nahen Osten. V.a. seit der Eröffnung der Schweizer Botschaft in Amman 1970 werden in J. zahlreiche diplomat. Treffen organisiert. Während des sog. Schwarzen Septembers 1970, der Auseinandersetzung zwischen Kg. Hussein und den palästinens. Organisationen, entführte die Palästinens. Befreiungsfront über Zarqa eine Maschine der Swissair und nahm die Passagier als Geiseln. Der sich entwickelnde Tourismus zieht immer mehr Schweizer Gäste (2000 mehr als 9'000) nach J., namentlich in die antike Stadt Petra, die 1812 vom Schweizer Johann Ludwig Burckhardt wiederentdeckt worden war, ferner nach Akaba und ans Tote Meer (alle mit Mövenpick-Hotels ausgestattet).

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
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