de fr it

Nepal

Situationskarte Nepal © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Nepal © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Das im Himalaja liegende N. mit seiner legendären Vergangenheit war stets auf die Wahrung seiner Unabhängigkeit gegenüber China, dem brit. Empire sowie seit 1947 gegenüber Indien bedacht und blieb lange Zeit von jedem fremden Einfluss verschont. Erst Mitte des 20. Jh. öffnete sich das Königreich N. (eine konstitutionelle Monarchie), aber die demokrat. Reformen scheiterten am Autoritarismus des Regimes. Es kam zu bedeutenden Volksaufständen und 1996 begann die maoistisch ausgerichte Kommunist. Partei N.s ihren bewaffneten Aufstand. Ende 2006 unterzeichneten die Rebellen und die Regierung einen Friedensvertrag, der 2008 zur Proklamation der Demokrat. Bundesrepublik N. führte.

Eine offizielle Anfrage N.s beim Bundesrat veranlasste diesen, 1950 schweiz. Experten zu entsenden. 1956 wurden diplomat. Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufgenommen, wobei die Schweiz in der Hauptstadt Kathmandu ein Generalkonsulat eröffnete. 1972 wurde ein Vertrag über die techn. Zusammenarbeit unterzeichnet. 1997 stattete Bundespräsident Arnold Koller als erster Schweizer Regierungsvertreter N. einen offiziellen Besuch ab. Im gebirgigen Binnenland und - zumindest während einer bestimmten Zeit - in der polit. Zurückhaltung eines bündnisfreien Staats sah die Schweiz viele Gemeinsamkeiten, die eine dauerhafte Sympathie für N. entstehen liessen. Letzteres blieb ein Schwerpunktland der schweiz. Entwicklungszusammenarbeit (1975-80 durchschnittl. Ausgaben von 8,9 Mio. Fr. pro Jahr, 2007 von 20,1 Mio. Fr.). In Kathmandu betreibt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ein Büro. Seit der 2. Hälfte der 1950er Jahre arbeiten die Eidgenossenschaft und das private Schweiz. Hilfswerk für aussereurop. Gebiete (seit 1965 Helvetas) in zahlreichen Bereichen eng mit den nepales. Behörden und lokalen Organisationen zusammen. Sie beteiligten sich an der Errichtung von Molkereien und Käsereien, der landwirtschaftl., medizin. und berufl. Ausbildung, der Förderung von Frauen in der Dorfentwicklung, der Produktion von Elektrizität, dem Bau von Hängebrücken (2'300 Brücken mit einer Gesamtlänge von 180 km) und Gebirgsstrassen, der Bekämpfung von Parasiten, der Aufforstung, der Wasserversorgung sowie der Hilfe für tibetan. Flüchtlinge (ab den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit dem IKRK, später dem UNHCR). Mit Beginn des maoist. Aufstands konzentrierte sich das Engagement des Bundesrats mehr und mehr auf die polit. Lösung des Konflikts, die Sicherstellung eines funktionierenden Regierungsapparats, die Respektierung der Menschenrechte und die Förderung des Friedens (2008 waren fünf nicht bewaffnete Schweizer Offiziere als Militärbeobachter in N. im Einsatz). In den 1980er Jahren förderte die Schweiz die nepales. Exportwirtschaft durch den Beitritt zur 1984 gegr. Internat. Jute-Organisation (2000 durch die Internat. Studiengruppe für Jute ersetzt) und half, N.s Verluste an Exporteinnahmen auszugleichen. 2007 betrugen die schweiz. Einfuhren aus N. 7,7 Mio. Fr. (v.a. Textilien), die Ausfuhren 11,2 Mio. Fr. (Maschinen, Chemikalien und Uhren). Von den 1960er Jahren an waren mehrere Dutzend Schweizer in Entwicklungsprojekten in N. beschäftigt. Die Landschaft, aber auch lokale Traditionen zogen ferner Reisende und Forscher an. 1973 lebten erstmals mehr als 100 Schweizer in N., 1989 180 und 2008 103. 2008 hielten sich 270 Nepalesen in der Schweiz auf.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
  • R. Lausselet, Helvetas: 40 ans au Népal, 1995
  • Schweizer Kooperationsstrategie für N. 2005-2008, 2005
  • N.: Switzerland's Contribution, Adapt Facilitation to Changing Contexts, Role of the External Actors, Lessons Learnt and Outlook, 2008