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Kenia

Zunächst Protektorat, wurde K. 1920 brit. Kolonie. Ende 1963 erlangte es seine Unabhängigkeit als Teil des Commonwealth, im darauffolgenden Jahr wurde die Republik ausgerufen. Auf den ersten Staatspräs. Jomo Kenyatta, der bis zu seinem Tod 1978 im Amt war, folgte Daniel Arap Moi (bis 2002), in dessen Regierungszeit sich das Land 1991 dem Mehrparteiensystem öffnete.

Als die Schweiz 1955 in Nairobi ein Konsulat eröffnete, lebten dort rund 100 und im übrigen Land ca. 200 Schweizer. Es waren oft Landwirte, Ingenieure, Kaufleute und Hoteliers in jungem Alter. Angesichts ihrer Zahl erstaunt es nicht, dass 1957 und 1958 in Nairobi Schweizer Vereinigungen entstanden. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Britisch-Ostafrika intensivierten sich. Ab den 1950er Jahren zog K. Reisende aus der Schweiz an, zuerst Wissenschaftler (Geologen, Zoologen), dann Touristen. Der Bundesrat anerkannte K.s Unabhängigkeit am 12.12.1963 und eröffnete 1964 eine Botschaft. Drei früher unterzeichnete brit.-schweiz. Abkommen blieben weiterhin in Kraft.

Situationskarte Kenia © 2004 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Kenia © 2004 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

K., einer der wichtigsten Partner der Schweiz südlich der Sahara, exportiert Tee, Blumen und Kaffee (K. zählt zu den zwölf bedeutendsten Kaffeelieferanten der Schweiz). Seit den 1970er Jahren sind in Nairobi einige Dutzend grosse Schweizer Firmen (Chemie, Ernährung, Textilien, Bauwirtschaft, Versicherung und Tourismus) tätig. Als Fotosafaris in Mode kamen, wurde K. bei den Schweizer Touristen noch beliebter. 2005 lebten 824 Schweizer in K. und 1'103 Kenianer in der Schweiz.

Da man das Land als wichtig für die polit. Stabilität Ostafrikas einstuft, profitiert K. von der öffentl. Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz und erhält auch von privaten Organisationen Unterstützung. Insbesondere nach der Unterzeichnung eines bilateralen Abkommens über techn. und wissenschaftl. Zusammenarbeit 1970 flossen relativ bedeutende finanzielle Mittel in die Entwicklung von Trocken- und Halbtrockengebieten, in den Strassenbau und -unterhalt, in die Berufsbildung in der Tourismus- und Hotelbranche, in Hochschulforschungsprojekte von Veterinär- und Agronomieexperten sowie in Projekte zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
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