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Liberia

Situationskarte Liberia © 2004 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Liberia © 2004 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Ab dem 19. Jh. begannen sich in der Schweiz einige Geschäftsleute, Forschungsreisende und Gegner der Sklaverei für L. zu interessieren, das 1847 von befreiten, 1822 aus den Vereinigten Staaten von Amerika übergesiedelten Sklaven gegründet worden war. Die vor 1945 sehr bescheidenen Handelsbeziehungen entwickelten sich in der Folge derart, dass 1954 ein Konsulat, 1957 ein Generalkonsulat und 1965 eine durch einen Geschäftsträger geleitete Botschaft in Monrovia eröffnet wurde. 1963 schloss die Schweiz mit L. zwei Abkommen: einen Freundschafts- und Handelsvertrag sowie einen Schlichtungsvertrag mit gerichtl. Zuständigkeit und Schiedsgerichtsbarkeit. Die Schweizer Investitionen schätzte man damals auf mehr als 15 Mio. Fr. Ferner lebten über 200 Schweizer in L., die im internat. Handel, in der Forst- und Plantagenwirtschaft sowie in der grössten Brauerei des Landes, der Monrovia Brewery, arbeiteten. In den 1980er Jahren stagnierte der Austausch von Gütern trotz Schweizer Kriegsmateriallieferungen, und die Zahl der Schweizer in L. ging zurück. Dennoch beschäftigten 1988 rund zehn Schweizer Unternehmen über 650 Personen. Da L. bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs 1989 als amerikan. Brückenkopf für die Wirtschaft Afrikas galt, wegen seiner liberalen prowestl. Politik einen guten Ruf genoss und überdies reich an Rohstoffen (Eisen, Diamanten, Kautschuk, Palmenöl) ist, zog es fremde Investoren an. Dank seiner vorteilhaften Steuergesetzgebung verfügt L. als Billigflaggenland über eine beachtl. Handelsflotte. Es gehört zusammen mit Südafrika, Algerien und Nigeria zu jenen afrikan. Ländern, in denen sich die Schweizer Banken am stärksten engagierten (laut den Statistiken der Schweiz. Nationalbank mit mehreren Milliarden Franken in den 1980er Jahren). Seit Sept. 1990 hilft das Schweiz. Rote Kreuz den liberian. Flüchtlingen, die sich vor dem blutigen Bürgerkrieg (1989-2003) in Ghana in Sicherheit gebracht haben. Seit 2004 unterstützt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit den Wiederaufbau des Landes. 2006 investierte die Schweiz 7,49 Mio. Fr. in die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.