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Sambia

Situationskarte Sambia © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Sambia © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Nachdem auf dem Gebiet des heutigen Binnenstaats S. im südl. Afrika versch. Reiche von Bantuvölkern bestanden hatten, begann um 1890 die von Cecil Rhodes gegr. British South Africa Company, Territorien nördlich des Flusses Sambesi zu besetzen. Diese 1911 als brit. Protektorat Nordrhodesien verwalteten Gebiete wurden 1924 brit. Kronkolonie. 1953 gehörte Nordrhodesien mit Südrhodesien (heute Simbabwe) und Njassaland (heute Malawi) zur Zentralafrikan. Föderation, bis Nordrhodesien am 24.10.1964 unter dem Namen S. unabhängig wurde. Westschweizer Reformierte arbeiteten für die Pariser Mission, die ab 1885 im Osten von S. tätig war. 1948 bildeten sie die Mehrheit der 45 Schweizer, die in Nordrhodesien lebten und im Konsulat von Johannesburg eingetragen waren. In der Folge zog das Bergbaugebiet im Norden des Landes weitere Schweizer an. Der Bundesrat anerkannte den neuen Staat S. 1964 umgehend. 1966 nahm er diplomat. Beziehungen auf und eröffnete 1969 ein Konsulat. Die Zahl der in der Landwirtschaft, im Bergbau, in der Zementindustrie, im Glashandel und in der Holzproduktion tätigen Schweizer betrug 1964 123, 1972 198, 1988 90 und 2010 99 Personen. Der Handel zwischen der Schweiz, die Kupfer und Mineralien aus S. importierte, und S., das Uhren, Pumpen, Geräte, Medikamente und chem. Produkte aus der Schweiz bezog, ist unbedeutend: 2011 betrugen die Einfuhren aus S. 200'000 Fr. (Kupfer und andere Metalle), die Ausfuhren nach S. 8,7 Mio. Fr. (Uhren, Pumpen, Maschinen, Medikamente, chem. Produkte). Die Wirtschaftsbeziehungen wurden durch die Konflikte in Südafrika behindert, namentlich durch das Exportverbot von Kriegsmaterial 1969. Schon 1966 unterstützte der Bund in Zusammenarbeit mit dem Département missionnaire romand das Schulwesen in S. (Bau von Schulen, Stipendien). Im Rahmen bilateraler und multilateraler Abkommen mit Organisationen der UNO und der Afrikan. Entwicklungsbank wurden Projekte im Bereich der Nahrungsmittelhilfe und der Instandstellung von Eisenbahnlinien durchgeführt. Die Schweiz unterzeichnete mit S. vier Umschuldungsabkommen - die Schulden beliefen sich 1983-91 auf 40,6 Mio. Fr. - und unterstützte dessen Zahlungsbilanz 1985-87 im Rahmen eines von der Weltbank auferlegten Restrukturierungsprogramms für seine Landwirtschaft.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
  • F. Noyer, «Pour le salut des païens et des Neuchâtelois», in Vers d'autres continents: voyageurs neuchâtelois outre-mer au XIXe siècle, 2006, 183-212