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Sudan

Situationskarte Sudan © 2012 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Sudan © 2012 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem S. wurden oft durch das ägypt.-schweiz. Verhältnis bestimmt. Ohne 1951 die Aufkündigung des engl.-ägypt. Bündnisvertrags von 1936 durch den ägypt. König anerkannt zu haben, der seine Herrschaftsgewalt auf den S. ausweitete, erkannte der Bundesrat am 11.1.1956 die Unabhängigkeit des S. an. 1960 nahm er die diplomat. Beziehungen auf und eröffnete 1961 eine von einem Geschäftsträger geleitete Botschaft in Khartum. 1960 hielten sich rund 30 Schweizer im S. auf, 1980 ca. 80 und 2010 109 (davon 49 Doppelbürger). 2010 lebten 341 Sudanesen in der Schweiz. Missionare sind v.a. seit 1955 tätig. Die Handelsbeziehungen entwickelten sich besonders ab den 1950er Jahren mit der Einfuhr von Baumwolle und Erdnüssen und der Ausfuhr von chem. Produkten, Maschinen und Uhren. In der ersten Regierungsperiode von General An-Numairi 1969―71 führte sein Vorhaben, dem Vorbild Nassers folgend einen sudanes. Sozialismus einzuführen, 1970 zur Verstaatlichung von Schweizer Kapital. Dessen Besitzer, die in den Bereichen Baumwolle, Zement, Schädlingsbekämpfung, Dammbau und Versicherungen tätig waren, erhoben zusammen mit Schweizer Diplomaten und anderen ausländ. Anlegern Schadenersatzforderungen. 1971 änderte An-Numairi seine Politik und gab den schweiz. Forderungen teilweise statt. Ein 1974 unterzeichnetes bilaterales Abkommen fördert und schützt die Investitionen. Als der S. 1978 ein Programm des IWF startete, gewährte ihm die Schweiz aus geopolit. Gründen relativ umfangreiche Finanzhilfe von 32 Mio. Fr. Seit 1979 ist die Schweiz als mittelgrosser Gläubiger (ca. 47 Mio. Fr.) am Pariser Club beteiligt und unterstüzt den S. mit humanitärer Hilfe für die Opfer von Kriegen, Hungersnöten und Dürrekatastrophen. Der zweite sudanes. Bürgerkrieg (1983-2005), in dem sich die nichtmuslim. Separatisten im Süden (Südsudan) und die Zentralregierung gegenüberstanden, sowie der Krieg in der Region Darfur (seit 2003) führten zu einer grossen humanitären Katastrophe mit ca. 2,3 Mio. Toten und 6 Mio. Vertriebenen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ist seit 1994 im S. engagiert und unterstützt die Vereinten Nationen und nichtstaatl. Organisationen. 2010 investierte die Eidgenossenschaft 15,89 Mio. Fr. in die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Die Schweizer Exporte betrugen 2010 43,9 Mio. Fr., die vernachlässigbaren Importe 0,5 Mio. Fr.

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.