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Tansania

Situationskarte Tansania © 2010 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Tansania © 2010 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Ab 1921 ersetzten Schweizer Kapuziner und Benediktiner die dt. Missionare in den brit. Kolonien Tanganjika (bis 1919 Teil von Dt.-Ostafrika) und Sansibar und vervielfachten die religiösen, schul. und medizin. Tätigkeiten. Der Bündner Edgar Maranta war ab 1930 Bf. und 1953-69 Ebf. von Dar Es-Salaam. Unter den in der Region niedergelassenen Schweizern waren bis in die 1950er Jahren die Missionare die grösste Gruppe, gefolgt von den Kaffee-, Baumwoll-, Getreide- und Sisalpflanzern, den Bauern und den Händlern. Die Aussicht auf einen wirtschaftl. Aufschwung in Ostafrika führte 1927 zur Eröffnung eines Konsulats in Tanga. Es wurde 1961 nach Dar Es-Salaam verlegt, 1962 in ein Generalkonsulat und 1966 in eine Botschaft umgewandelt. Die Zahl niedergelassener Schweizer betrug 1928 175, 1964 677, 1981 404 und 2010 340 (davon 93 Doppelbürger). 2010 lebten 186 Tansanier in der Schweiz. Der Bundesrat anerkannte 1961 die Unabhängigkeit von Tanganjika und 1963 jene von Sansibar. Aus dem Zusammenschluss der beiden Länder ging 1964 die Vereinigte Republik T. hervor, die sowohl Sympathien von Dritte-Welt-Aktivisten als auch von Industriellen genoss. T. ist eines der Schwerpunktländer der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, die 1981 ein Büro in Dar Es-Salaam einrichtete. 2010 investierte die Schweiz 16,9 Mio. Fr. in die Entwicklungshilfe. Ab 1960 finanzierten Basler Chemiefirmen die medizin. Ausbildung in Ifakara. Zur Förderung des relativ bedeutenden Handels wurden bilaterale Verträge unterzeichnet: 1965 und 2004 über den gegenseitigen Schutz von Investitionen, über die Umschuldung (30,8 Mio. Fr. von 1987 bis 1990), 1987 und 1990 über die Zahlungsbilanzhilfe und 2004 die zivile Luftfahrt. 2010 beliefen sich die Schweizer Exporte auf 25,8 Mio. Fr. (chem. Produkte, Metalle und Maschinen), die Importe auf 23,1 Mio. Fr. (Kaffee, Baumwolle, Gewürznelken, Sisal, Tabak, Cashewnüsse).

Quellen und Literatur

  • EDA, Dok.
  • E. Widmer, Zur Gesch. der schweiz. ärztl. Mission in Afrika: unter besonderer Berücksichtigung des medizin. Zentrums von Ifakara, Tanganyika, 1963
  • T.A. Freyvogel, «Ifakara», in Basler Stadtbuch, 1978, 13-22
  • A.A. Häsler, Der Weizenkönig von Tanganjika, 1980
  • W. Ludin, M.N. Schmucki, Licht am Kilimanjaro: Luzerner Missionspionierinnen in T., 2009