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BernardinoLurati

Zu Ehren des Tessiner Nationalrats aufgezogene Fotografie von Pietro Anastasio, um 1880 (Archivio di Stato del Cantone Ticino, Bellinzona).
Zu Ehren des Tessiner Nationalrats aufgezogene Fotografie von Pietro Anastasio, um 1880 (Archivio di Stato del Cantone Ticino, Bellinzona).

5.11.1829 Lugano, 29.6.1880 Bern, kath., von Lugano. Sohn des Crispino, Anwalts, und der Elisabetta geb. Luvini. 1854 Lucrezia Polar. Schwager von Giovanni Polar und Ignazio Polar. Gymnasium und Lyzeum in Lugano, Stud. der Rechte an der Univ. Pisa, 1851 Promotion. Anwalt und Notar in Lugano. Ab 1860 spielte L. eine entscheidende Rolle bei der Gründung der liberalkonservativen Partei, die er 1860-80 im Tessiner Grossrat (1876 Präs.) vertrat. 1859 gründete er die "Voce del Popolo", das erste Organ der Partei, das später durch die Zeitung "Cittadino ticinese" und 1865 durch die "Libertà" ersetzt wurde, zu der er auch als Redaktor einen massgebl. Beitrag leistete. Er war zudem Mitarbeiter am "Credente Cattolico", der ab 1865 erscheinenden Zeitung des Tessiner Klerus. L. befasste sich mit der Entwicklung des Kantons, insbesondere mit der Frage der Eisenbahn. Sein wichtigster Beitrag war die Streitschrift "Il 25 febbraio 1875. Ricordi ai Ticinesi", eine zwar in versöhnlichem Ton gehaltene, aber doch bündige Kritik der liberalen Regierung, die im Febr. 1875 zum Wahlsieg der Liberalkonservativen beitrug. 1875 wurde er in den Nationalrat gewählt, 1878 wiedergewählt. Der neuen konservativ ausgerichteten Regierung des sog. Nuovo Indirizzo blieb er fern, da ihm das verhärtete polit. Klima nach dem Wahlsieg der Liberalkonservativen nicht zusagte, er hatte aber, von seinem Gegenspieler Gioachimo Respini in den Schatten gestellt, nicht genügend Zeit, um eine polit. Alternative kath.-liberaler Ausrichtung zu entwickeln.

Quellen und Literatur

  • La Libertà, 2.7.1880
  • Gruner, Bundesversamlung 1, 743
  • Uomini nostri, hg. von A. Lepori, F. Panzera, 1989, 34-38
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