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HeinrichGrunholzer

18.2.1819 Trogen, 18.7.1873 Uster, ref., von Gais und Uster. Sohn des Ulrich, Lehrers, Wirts und Landschreibers, und der Katharina geb. Nänni. Bruder des Johann Ulrich (->), Schwager des Heinrich Boller. 1852 Rosette Zangger, Tochter des Hans Heinrich Zangger. Aufgewachsen in Trogen und Oltingen, 1835 Seminar Küsnacht (ZH). 1835-36 Lehrer. 1837-38 Stud. an der Akad. in Genf, Sekundarlehrerexamen in Küsnacht. 1838-42 und 1843-47 Sekundarlehrer in Bauma, dazwischen Stud. in Berlin. 1847-52 Seminardirektor in Münchenbuchsee (bis zur vorübergehenden Schliessung durch die konservative Regierung). 1853-58 Lehrer an der Industrieschule in Zürich, danach im Betrieb des Schwiegervaters in Uster tätig. Früh als Radikaler politisch und journalistisch aktiv, 1838 Mitbegründer des Grütlivereins. 1854-69 Zürcher Grossrat, 1868-69 Mitglied des Verfassungsrats und von dessen 35er-Kommission, 1863-69 Nationalrat (zur Linken gehörig). 1854-58 Vorstand der Schulsynode (ab 1856 Präs.). 1856-58 Erziehungsrat, 1860-73 Präs. der Sekundarschulpflege Uster. G. gehörte zu den führenden Pädagogen der Schweiz und war Mitherausgeber und Redaktor mehrerer pädagog. Zeitschriften. Als Unternehmer vertrat er zunehmend Positionen der Liberalen. Im Kreis von Bettina von Arnim verfasste er 1843 in Berlin einen der ersten Sozialreporte der dt. Literatur. Er schrieb zahlreiche Lieder und Gedichte.

Quellen und Literatur

  • «Erfahrungen eines jungen Schweizers im Vogtlande», in Bettine von Arnim, Polit. Schr., hg. von W. Bunzel et al., 1995, 329-368
  • Das Erziehungswesen in der Schweiz, 1854, (Neudr. 2003)
  • Paul-Kläui-Bibliothek, Uster, Teilnachlass
  • T. Koller, Heinrich G., 2 Bde., 1876, (mit Gedichtauswahl)
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 73 f.
  • J.F. Geist, K. Kürvers, Das Berliner Mietshaus 1740-1862, 1980, 9-25, 218-243
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