de fr it

HenriFazy

31.1.1842 Bern, 22.12.1920 Genf, ref., von Genf. Sohn des Louis-Philippe, Lehrers, und der Hélène geb. Meyer. Ledig. Entfernter Vetter von James (->) und Patenkind von General Guillaume-Henri Dufour. 1861-64 Stud. der Rechte in Genf. F. verfolgte eine doppelte Karriere in Politik und Wissenschaft. 1862-64 Konservator am Archäolog. Museum von Genf, 1863 Lehrer für Schweizer Geschichte am Handels- und Wirtschaftsgymnasium, 1864-66 als Archivar im Staatsarchiv, 1885 bis zu seinem Tod Direktor des Staatsarchivs, 1890-98 ao. Prof. für Geschichte an der Univ. Genf. F. veröffentlichte zahlreiche Werke und Artikel über Genf im 16. Jh. (Neutralität von Savoyen, Verfassung). 1873-1902 Generalsekretär des Institut national genevois (1903-20 Präs.). 1868-75 und 1886-1920 freisinniger Genfer Grossrat, 1870-75 und 1897-1920 Regierungsrat (Finanzen), 1896-99 und 1902-18 Nationalrat, 1918-20 Ständerat. Mit seinem Bruder Georges und einigen Freunden gründete F. 1868 die Bewegung La Jeune République, die sich auf den Freisinn von 1847 berief und mit ihrem Organ "Chronique radicale" in Opposition zur antiklerikalen Politik von Antonie Carteret ging. F. setzte sich für die Trennung von Kirche und Staat ein, was 1907 zum Gesetz zur Abschaffung der Finanzierung von Gottesdiensten führte. Er brachte die 1878 von Charles Page vorgeschlagene Verfassungsrevision zu Fall, bekämpfte 1889 die Inkompatibilitäten zwischen versch. Ämtern und 1892 den Proporz. Seine Leitung des Finanzdepartements - er führte insbesondere die Vermögenssteuer ein - gab Anlass zu Kritik, v.a. von Seiten von Gustave Ador. In Bern gab sich F. als überzeugter Föderalist. Seine im Dez. 1914 als Altersdoyen im Nationalrat gehaltene Rede, in der er die Verletzung der belg. Neutralität durch die dt. Armee verurteilte, erregte grosses Aufsehen.

Quellen und Literatur

  • Livre du Recteur 3, 293 f.
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 946 f.
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF