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MoïseVautier

7.4.1831 Genf, 23.5.1899 Genf, ref., von Genf. Sohn des Jean-Samuel, Schlossereiunternehmers, und der Amélie Marie Antoinette geb. Cugnet, Kauffrau. 1854 Cécile-Adélaïde Sauvant, Tochter des Emmanuel, Nichte von Alphonse Bandelier und Adolphe-Eugène Bandelier. Primarschule in Genf, mit etwa 15 Jahren Pensionat und Lehre als Schmied in St. Gallen. Wieder in Genf wurde V. Teilhaber in der väterl. Feilenfabrik in Carouge (GE), die er 1866 übernahm. V. entwickelte sich zu einer wichtigen Persönlichkeit der Gemeinde. Als Anhänger von James Fazy gründete er im Jan. 1855 eine Unterstützungstruppe für die Radikalen, genannt Fruitiers d'Appenzell. 1860-99 war V. Genfer Grossrat, 1861-65, 1870-79, 1880-91 und 1892-99 Staatsrat, meistens als Vorsteher des Militärdep., zeitweise auch des Dep. des Inneren, des Justiz- und Polizeidep. und des Dep. der öffentl. Abgaben. 1861-62 und 1880-81 sass er im Ständerat, 1863-66, 1869-78 und 1881-84 im Nationalrat. Als Staatsmann verstand V. es, Kompromisse zu schliessen. Der Verfechter von Fortschritt, Demokratie und Föderalismus lehnte den Sozialismus ab, setzte sich aber für die Arbeiter ein und schlug eine Brücke zwischen versch. Generationen von Freisinnigen. Im Genfer Kulturkampf war V. antiklerikal, aber nicht antikatholisch. 1866 präsentierte er ein Fürsorgegesetz, das die Unterschiede zwischen den alteingesessenen Genfern und den Bewohnern der Communes réunies aufhob und vom Volk 1868 angenommen wurde. 1872 bekämpfte er als Föderalist die Revision der Bundesverfassung. V. engagierte sich im kant. Vereinsleben, v.a. in den Schützenvereinen, und war bei der Bevölkerung wegen seiner Gutmütigkeit, seinem Sinn für Verwaltung und seiner polit. Tüchtigkeit beliebt.

Quellen und Literatur

  • Gruner, Bundesversammlung 1, 972 f.
  • B. Lescaze, «Entre Alpes et Lumières: le radical Moïse V. (1831-1899) ou l'origine d'une culture politique», in Des hommes, une ville: Carouge au XIXe siècle, hg. von D. Zumkeller, 1986, 159-176
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