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Julien deSchaller

Kopf einer der ersten Nummern der Zeitung Le Confédéré de Fribourg, 1848 (Schweizerische Nationalbibliothek).
Kopf einer der ersten Nummern der Zeitung Le Confédéré de Fribourg, 1848 (Schweizerische Nationalbibliothek). […]

15.10.1807 Freiburg, 20.6.1871 Freiburg, kath., von Freiburg. Sohn des Charles (->). 1844 Marie-Jeanne-Ursule Banderet, Tochter des Jean-Nicolas. Nach dem Besuch der Klosterschule Rheinau 1813-20 und des Kollegiums St. Michael in Freiburg studierte S. Rechtswissenschaften an den Univ. Freiburg i.Br. und Heidelberg sowie Forstwissenschaften in München, Interlaken, Villingen (Schwarzwald) und Aarau (Aufenthalt bei der Fam. Zschokke). 1830 machte er in Freiburg das Forstingenieurdiplom, danach wirkte er als Oberforstinspektor des Kt. Freiburg und verfasste 1850 die freiburg. Forstordnung. 1843-47 war er Gemeinderat (Exekutive) der Stadt Freiburg und ab 1846 radikaler Freiburger Grossrat. Als vehementer Gegner des Sonderbunds unterstützte S. die Aufständischen, die am 6. und 7.1.1848 von Greyerz, dem See- und dem Broyebezirk in die Hauptstadt marschierten. Er wurde festgenommen, konnte aber fliehen und kehrte mit den eidg. Truppen in den Kanton zurück. 1847 gehörte er der provisor. Regierung an. 1848-57 war er Staatsrat (Erziehungswesen, ab 1856 Finanzen), 1848-66 erneut Grossrat, 1850-51 und 1854-58 Ständerat sowie 1851-52 Nationalrat. 1848 gründete er die Zeitung "Le Confédéré de Fribourg", die den unversöhnlichsten und antiklerikalsten Flügel seiner Partei repräsentierte. Von 1848 bis Juni 1857 diente S. als Sprachrohr der radikalen Freiburger Regierung. Sein Einfluss blieb bis 1851 dominant, dann verlor er gegenüber dem moderaten, von Léon Pittet geführten Flügel an Terrain. Als Vorsteher des Erziehungsdepartements reorganisierte er die Primarschule, gründete Sekundarschulen und wandelte das Kollegium in eine Kantonsschule um. Mit seinem Parteifreund Frédéric Bielmann setzte er sich entschlossen für die Interessen der Freiburger Eisenbahn ein und erzielte 1856 einen Erfolg, als die eidg. Räte der Streckenführung Bern-Freiburg-Lausanne zustimmten. Nach der Wahlniederlage der Radikalen 1856 wurde S. Direktor der Eisenbahngesellschaft Bern-Freiburg-Lausanne, dann der Bern. Staatsbahn.

Quellen und Literatur

  • A. Gremaud, La députation fribourgeoise aux Chambres fédérales (1848-1920), Liz. Freiburg, 1960
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 402 f.
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