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HowardEugster

Fotografie, um 1920 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich).
Fotografie, um 1920 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich).

14.11.1861 New York, 18.4.1932 Speicher, ref., von Speicher. Sohn des Jakob, Kaufmanns, und der Anna Elisabeth Tobler. Bruder des Arthur (->). 1887 Anna Theodora Züst (->). Schwager des Ernst Steiger-Züst. Nach dem Tod der Mutter kehrte die Fam. 1865 aus den USA in die Schweiz zurück. 1866 starb auch der Vater. E. wuchs in der Obhut des Speicherer Pfarrers Gottlieb Lutz auf, der ihn in pietist.-konservativem Geist erzog. Nach dem Besuch der privaten Lerberschule in Bern studierte E. 1883-87 Theologie in Neuenburg, Basel und Berlin. 1887-1909 wirkte er als Pfarrer in Hundwil. Unter dem Einfluss Christoph Blumhardts wandte er sich vom orthodoxen Pietismus ab, engagierte sich als Christ in der Sozialdemokratie und wurde als "Weberpfarrer" bekannt. Im Anschluss an die Lohnbewegung der Appenzeller Heimweber 1899 gründete er den Appenzell. Weberverband (1900). Bis 1908 stand er diesem als Präsident vor. 1901-13 leitete er als Redaktor die "Ostschweiz. Industriezeitung" und den "Textil-Arbeiter". 1903 gehörte E. zu den Gründern des Schweiz. Textilarbeiterverbandes, 1908-13 war er dessen vollamtl. Präsident. Neben der Gewerkschaftsarbeit stieg E. bald zum führenden Kopf der appenzell. Sozialdemokratie (bis 1913 Appenzell. Arbeiterpartei) auf. 1900-13 vertrat er die Partei im Kantonsrat, 1908-32 gehörte er dem Nationalrat an, 1913-31 war er Regierungsrat des Kt. Appenzell Ausserrhoden, wobei er für lange Jahre dem Volkswirtschaftsdepartement vorstand. Schwerpunkt seiner polit. Arbeit war die Sozialgesetzgebung. So engagierte sich E. auf kant. Ebene für Bestimmungen zum Schutz der Arbeiterinnen, für die Eindämmung der Kinderarbeit und für die Berufsausbildung. Er schuf eine Pensionskasse für Lehrer und Staatsangestellte, förderte die kant. Altersversicherung, den Ausbau der Tuberkulosefürsorge und das Pflegekinderwesen. Auf eidg. Ebene focht E. für die Revision des Fabrikgesetzes von 1877 und die Einführung einer Alters- und Hinterlassenenversicherung. Zudem profilierte er sich als früher Verfechter eines Zivildienstes für Dienstverweigerer.

Quellen und Literatur

  • KBAR, Nachlass
  • L. Specker, Weberpfarrer Howard E.-Züst, 1975
  • FrauenLeben Appenzell, hg. von R. Bräuniger, 1999
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