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Johann GeorgFuog

Porträt aus einer Lithografie, welche die Mitglieder des Nationalrats der Jahre 1848–1850 zeigt (Bernisches Historisches Museum) © Fotografie Stefan Rebsamen.
Porträt aus einer Lithografie, welche die Mitglieder des Nationalrats der Jahre 1848–1850 zeigt (Bernisches Historisches Museum) © Fotografie Stefan Rebsamen.

10.10.1794 Stein am Rhein, 17.4.1865 Wil (SG), ref., von Stein am Rhein. Sohn des Johann Caspar, Steinmetzen. Anna Barbara Sulger. F. war als Metzgermeister, Wirt, Seifensieder, Glashändler, Sägereibesitzer und Pferdeomnibusbetreiber tätig. 1822-29 forderte er in Eingaben und Zeitungsartikeln die öffentl. Kontrolle der Verwaltung von Stein am Rhein, was ihm einen Prozess einbrachte. Nach der Regeneration gründete er 1833 den sog. freisinnigen Bürgerverein Stein. 1834 organisierte er eine erste öffentl. Schaffhauser Volksversammlung (etwa 1'000 Anwesende). Diese führte zu einer Revision der Kantonsverfassung, mit der das Öffentlichkeitsprinzip der Ratsverhandlungen etabliert wurde. 1839-61 Kantonsrat. 1850-60 Nationalrat, als Ersatz für Johann Georg Böschenstein, der sich F.s Plänen, aus Stein am Rhein einen Eisenbahnknotenpunkt zu machen, entgegengestellt hatte. Als Nationalrat setzte sich F. energisch ein für die Bahnlinie Basel-Stein-Konstanz (verwirklicht erst 1875 bzw. 1895) und unterstützte das Projekt einer Ringbahn um den Bodensee mit Anschluss an die (nie verwirklichte) Lukmanierbahn. 1851 fand auf F.s Antrieb eine zweite Volksversammlung in Schaffhausen (etwa 3'000 Anwesende) statt. Diese führte erneut zu einer Verfassungsrevision, bei der in F.s Sinne der kant. Behördenaufbau stark gestrafft wurde. An der dritten von F. organisierten Volksversammlung, die 1865 in Thayngen durchgeführt wurde, unterbreitete der inzwischen belächelte "Papa Fuog" für Schaffhausen vergeblich das Projekt einer Landsgemeindeverfassung. Einen Monat darauf starb F. völlig mittellos. Mit seinen letzten finanziellen Ressourcen hatte er, allerdings ohne Geschäftserfolg, die Pferdeomnibusverbindung Stein-Gottmadingen einrichten lassen und damit den Anschluss seiner Stadt an die seit 1863 bestehende rechtsrheinische Eisenbahnlinie Basel-Schaffhausen-Gottmadingen-Singen-Konstanz erreicht.

Quellen und Literatur

  • F. Rippmann, «Johann Georg F.», in SchBeitr. 33, 1956, 238-244
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 494
  • E. Joos, Parteien und Presse im Kt. Schaffhausen, 1975
  • SchaffGesch.
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