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FranzDurrer

Ölporträt von Franz Durrer durch Jost Troxler, 1858 (Nidwaldner Museum, Stans; Fotografie Staatsarchiv Nidwalden).
Ölporträt von Franz Durrer durch Jost Troxler, 1858 (Nidwaldner Museum, Stans; Fotografie Staatsarchiv Nidwalden).

7.9.1790 Stans, 20.12.1857 Baden, katholisch, von Dallenwil. Sohn des Valentin, Kirchmeiers, und der Anna Maria Stockmann. 1819 Anna Klara Jann, Tochter des Spitalherrn, von Oberdorf (NW). Franz Durrer bekleidete 1815-1850 das Amt des Nidwaldner Polizeidirektors und wurde deswegen "der ewige Polizeidirektor" genannt. In den Auseinandersetzungen um die Freischarenzüge und den Sonderbund in den 1840er Jahren sah er die Möglichkeit zum politischen Aufstieg gekommen. 1844 wurde er erstmals zum Tagsatzungsgesandten gewählt; dieses Amt nahm er bis 1847 wahr. Innerhalb der Nidwaldner Regierung vertrat Durrer als Haupt der Sonderbundspartei erfolgreich die Gegenposition zu den sogenannten Aristokraten Stanislaus Achermann, Franz Niklaus Zelger, Klemenz Zelger und Louis Wyrsch, die eine pragmatische Linie vertraten. Obwohl Durrer im Sonderbundskrieg zu den Verlierern gehörte, verstand er es mit sicherem Gespür für die Stimmung in der Bevölkerung, seinen weiteren Aufstieg voranzutreiben. Aus der Dezember-Landsgemeinde von 1847, an der ihn die Liberalen vergeblich zu stürzen versuchten, ging Durrer gestärkt hervor. Unter seiner Führung wurde heftig gegen die Bundesverfassung agitiert, die schliesslich von der Landsgemeinde am 27. August 1848 abgelehnt wurde. Als Präsident des Verfassungsrates war er der eigentliche Vater der konservativ ausgerichteten Kantonsverfassung von 1850. In diesem Jahr erlebte Durrer mit der Wahl zum Landammann den Höhepunkt seiner politischen Karriere; das Amt bekleidete er auch 1852, 1854 und 1856. Als einer der einflussreichsten Nidwaldner Politiker dieser Zeit vertrat er 1851-1854 seinen Kanton im Nationalrat.

Quellen und Literatur

  • StANW
  • W. Zelger, Journal interessanter und uninteressanter Tagesneuigkeiten, 1847-50, 1970, 284
  • F. Niederberger, «Ein Nidwaldner Beitr. zum Nepotismus», in Gfr. 118, 1965, 231
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Zitiervorschlag

Erich Aschwanden: "Durrer, Franz", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.11.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/004248/2015-11-24/, konsultiert am 12.04.2024.