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LouisWenger

Das Musée Arlaud in Lausanne, gebaut 1838-1840. Aquarell von Jean DuBois, um 1842 (Musée historique de Lausanne).
Das Musée Arlaud in Lausanne, gebaut 1838-1840. Aquarell von Jean DuBois, um 1842 (Musée historique de Lausanne). […]

31.5.1809 Lausanne, 11.8.1861 La Vaux (Gemeinde Aubonne), reformiert, von Forst und ab 1832 von Lausanne. Sohn des David, Tapetenfabrikanten, und der Jeanne-Louise-Georgette geborene Amaron. Schwager des Henri Fischer. 1835 Rosalie Mottet, Tochter des Jean. Louis Wenger liess sich um 1824-1825 bei Henri Perregaux und 1827-1830 bei Achille Leclère an der Ecole des beaux-arts in Paris zum Architekten ausbilden. Er wohnte lange in Lausanne, dann in La Vaux, wo er 1854-1861 die Eidgenössische Pulverfabrik leitete. Die klassizistische, streng strukturierte Architektur Wengers weist mitunter eklektische Züge auf. Die Hermitage in Lausanne – das Herrenhaus entstand 1852-1855 – ist eine seiner zahlreichen privaten Bauten. Daneben schuf Wenger wichtige öffentliche Gebäude wie 1836-1837 die ersten Kasernen in Bière oder in Lausanne 1838-1840 das Musée Arlaud, 1842-1844 das Blindenheim, 1849 das Zollhaus Marterey (heute Bibliothek) und 1852-1863 das Frauengefängnis, das abgerissen wurde. Auch wird ihm – vermutlich fälschlicherweise – die 1856-1858 errichtete Kirche in Bussigny-près-Lausanne zugeschrieben. 1842-1843 und 1848-1854 wirkte Wenger als Stadtrat von Lausanne, 1834-1835 und 1843-1844 als Mitglied der Waadtländer Baukommission, 1846-1853 als Ersatzrichter am Kantonsgericht und 1852-1854 als Präsident des Kriegsrats. Ab 1843 war er radikaler Waadtländer Grossrat (1846, 1854, 1856, 1858, 1860 und 1861 Präsident), 1848 Tagsatzungsgesandter, 1851-1854 Nationalrat, 1848-1849 und 1855-1861 Ständerat. Wenger brachte sich insbesondere bei Bahngeschäften ein, so auch 1858 im Konflikt zwischen der Bahngesellschaft Franco-Suisse und dem Kanton Bern um die Verlängerung der Linie Neuenburg-Pontarlier (Abschnitt La Neuveville-Biel). Ab 1847 eidgenössischer Major der Artillerie.

Quellen und Literatur

  • Gruner, Bundesversammlung 1, 849
  • Architektenlex., 566
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Zitiervorschlag

Paul Bissegger: "Wenger, Louis", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.10.2013, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/004375/2013-10-07/, konsultiert am 04.03.2024.