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OswaldDossenbach

17.12.1824 Baar, 12.2.1883 Baar, kath., von Baar. Sohn des Peter Josef, wohlhabenden Landwirts. 1) Elisabeth Brandenberg, von Zug, Tochter des Karl Kaspar, Müllers, Ratsherrn und konservativen Volksführers, 2) Katharina Josepha Müller, von Zug, Tochter des Kaspar Oswald, Bauern. Primar- und Lateinschule in Baar, danach Mitarbeit auf dem elterl. Hof, 1841-45 Gymnasium in Schwyz, 1845-47 Stud. in Luzern und in Freiburg. D. beendete seine jesuitisch geprägte Ausbildung ohne Abschluss, da er dem elterl. Willen, die Priesterlaufbahn einzuschlagen, nicht nachkommen wollte.

Nach dem Sonderbundskrieg begann D. 1848 seine polit. Karriere als Vertreter der Konservativen im Zuger Gr. Rat (bis 1861, 1866-67, 1870-73 und 1878-83). 1848-49 war er Gemeinderat von Baar, 1867-74 und 1880-83 Gemeindepräs., 1874-83 Präs. der Bürgergem. von Baar, 1865-77 Zuger Ständerat, 1870-83 Erziehungsratspräs., 1870-71 und 1878-83 Regierungsrat (1880 Statthalter, 1883 Landammann). 1850-62 war D. als Hypothekarschreiber tätig, 1856-68 als Obergerichtspräs. 1872-83 leitete er als Teilhaber die konservativ dominierte Kreditanstalt Bossard & Cie. Der umstrittene ultramontane Führer der Konservativen in Baar und im Kt. Zug wurde zeitweise von einer eigenen Zeitung unterstützt, dem "Zuger Boten" (1862-64). D. führte einen antistädtischen, von starkem sozialen und religiösen Engagement begleiteten Kampf gegen Liberalismus und gemässigten Konservativismus, gegen Zentralismus, Eisenbahnen und Industrie. Er engagierte sich für Arbeiterschutz und Fabrikgesetz, für Gemeindeautonomie und Ausbau der Volksrechte (Initiator und Mitgestalter der in diesem Sinne revidierten Kantonsverfassung von 1876). Als Mitglied des Zentralkomitees des schweiz. Piusvereins und der inländ. Mission setzte sich D. für eine starke kath. Kirche und für die konfessionelle Schule ein.

Quellen und Literatur

  • Gruner, Bundesversammlung 1, 364 f.
  • G. Matter, Der Kt. Zug auf dem Weg zu seiner Verfassung von 1876, 1985
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