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Gustav AdolfKeiser

Bildnis Gustav Adolf Keiser. Öl auf Leinwand von Josef Stocker, 1859 (Museum Burg Zug).
Bildnis Gustav Adolf Keiser. Öl auf Leinwand von Josef Stocker, 1859 (Museum Burg Zug).

27.11.1816 Zug, 9.3.1880 Zug, kath., von Zug. Sohn des Burkard, Fürsprechs und eidg. Kanzlisten, und der Elisabeth Weber. Halbbruder des bedeutenden Reformgeistlichen Karl Kaspar (->). 1) Helena Stadlin, Tochter des Jakob Anton, Tuchhändlers und Wirts, von Zug, 2) Louisa Luthiger, Tochter des Franz, Goldschmieds, von Luzern, 3) Anna Glaser, Tochter des Carl Friedrich, aus Cannstatt (Württemberg). Gymnasien in Zürich, Bern und Luzern; 1836-40 Rechtsstud. in Bern, Jena, Heidelberg und Dijon. Danach wirkte K. kurz als Fürsprech in Zug, bis er sich Handelsgeschäften und der Politik zuwandte. Der rhetorisch begabte Jurist, einer der wenigen im Kanton, gelangte rasch in wichtige Ämter (1843-47 Kantonsrichter, 1846-47 Zuger Stadtrat und Kantonsrat) und stieg zum Führer der liberal-radikalen Opposition auf, die er als Zeitungsredaktor auch publizistisch unterstützte. Er führte Ende 1847 den liberalen Umsturz im Kanton an, wurde Präs. der provisor. Regierung und war einer der Gestalter der neuen Kantonsverfassung von 1848. Im gleichen Jahr wurde er Grossrat, Regierungsrat, Landammann, Ständerat, Präs. des Erziehungsrates und der Korporation der Stadt Zug. Nach dem konservativen Wahlsieg 1850 verlor er alle Ämter. Ende desselben Jahres gründete er mit liberalen Partnern die Weberei Kollermühle, die erste Fabrik in der Stadt Zug, die er bald ganz übernahm. In der innenpolit. Entspannung um 1860 kehrte K. in die Politik, aber nicht mehr in die wichtigsten Ämter, zurück (1862-71 Grossrat, 1862-80 Oberrichter, 1871-72 Zuger Stadtpräs.), bis er in der polit. Verhärtung im Kulturkampf seine Ämter nochmals verlor. K., ein Vertreter des neuen Typs der Politiker-Unternehmer, war der wohl wichtigste Zuger Reformer des 19. Jh. Unter seiner Führung gelang den Liberalen in kurzer Zeit eine nachhaltige Reorganisation des Kantons.

Quellen und Literatur

  • A. Steigmeier, « Gustav Adolf K. (1816-1880)», in Der Kt. Zug zwischen 1798 und 1850, Bd. 1, 1998, 240-249
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