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JosefArnold

18.3.1825 Altdorf (UR), 10.4.1891 Altdorf, katholisch, von Altdorf. Sohn des Josef Anton (1839), Landschreibers und Kanzleidirektors, und der Josefa geborene Müller, von Altdorf. Anna Muheim, Tochter des Caspar, Handelsmanns, Gutsbesitzers und Ratsherrn in Altdorf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung wandte sich Josef Arnold früh der Politik zu. Auf kantonaler Ebene war er 1841-1858 Landschreiber, 1858-1860 und 1862-1882 Regierungsrat (1866-1870 und 1878-1880 Landammann), 1860-1862 Kriminalgerichtspräsident, 1878-1891 Erziehungsratspräsident, 1884-1890 Obergerichtspräsident. Unter seiner Leitung verabschiedete die Landsgemeinde 1869 die Gotthardbahnkonzession. Arnold gab 1885 auch den entscheidenden Impuls zur Totalrevision der kantonalen Verfassung und reorganisierte in der Folge 1888-1891 als Präsident die Korporation Uri. 1850 durch eine ausserordentliche Landsgemeinde in den Ständerat gewählt, vertrat Arnold seinen Kanton bis 1865 in der Kleinen Kammer, danach bis 1890 im Nationalrat. 1871-1874 gehörte er der Kommission zur Revision der Bundesverfassung an. Arnold verfolgte eine gemässigt konservative Politik und war fortschrittlichen Tendenzen gegenüber aufgeschlossen. 1866-1890 war er Ersatzrichter des Bundesgerichts.

Am Sonderbundskrieg hatte Arnold als Adjutant von Anton Maria Schmid teilgenommen. Stationen seiner militärischen Laufbahn waren das Urner Kommando 1859 in Locarno, das Platzkommando von Genf 1864-1865 sowie das Kommando der 15. Infanteriebrigade 1875. Arnold war Teilhaber eines privaten Finanzunternehmens in Altdorf, 1860 Mitbegründer der Zementfabrik Rotzloch, 1870 der Dynamitfabrik Isleten (Gemeinde Bauen) am Urnersee. Verwaltungsrat der Ersparniskasse Uri, der Eidgenössischen Bank, der Gotthardbahngesellschaft sowie der Dampfschiffgesellschaft Vierwaldstättersee (Vizepräsident). Mitbegründer und 1881-1891 Verwaltungsrat der Papierfabrik Perlen.

Nach dem Hinschied von Karl Emanuel Müller (1869) war Arnold unbestrittener Führer der Urner Staatsgeschäfte und genoss bis zu seinem Tode hohes Ansehen. Er verteidigte seine Stellung gegen den Kreis junger katholisch-konservativer Politiker rund um Gustav Muheim und das «Urner Wochenblatt» durch die Gründung der «Urner Zeitung» (1878). Vom Vater hatte Arnold, wie sein Bruder Gustav (->), das musikalische Talent geerbt; er war ein begabter Violinspieler und Mitbegründer des Männerchors Altdorf.

Quellen und Literatur

  • Gruner, Bundesversammlung 1, 295
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Zitiervorschlag

Hans Muheim: "Arnold, Josef", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.11.2002. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/004407/2002-11-26/, konsultiert am 05.03.2024.