de fr it

CarlSchenk

Karikatur aus dem Nebelspalter, 1889, Nr. 4, gezeichnet von Heinrich Jenny (Schweizerische Nationalbibliothek).
Karikatur aus dem Nebelspalter, 1889, Nr. 4, gezeichnet von Heinrich Jenny (Schweizerische Nationalbibliothek). […]

1.12.1823 (Karl Johann Emanuel) Bern, 18.7.1895 Bern (Verkehrsunfall), ref., von Signau. Sohn des Christian (->). Neffe des Ulrich (->). 1) 1848 Anna Maria Elisabeth Kehr, Lehrerin, Tochter des Samuel, Arztes, 2) 1873 Rosina Engel, Witwe des Abraham, Hauptmanns, Tochter des Abraham Teutsch, Hauptmanns. Der früh verwaiste S. erhielt eine sorgfältige Ausbildung in Deutschland und am Gymnasium Bern. 1842-45 studierte er Theologie und absolvierte ein Vikariat in Schüpfen, wo er durch die Fam. Kehr in Kontakt zu den Radikalen kam, zu deren Führungsgruppe er bald mit Jakob Stämpfli, Johann Bützberger, Jakob Scherz und Andreas Mathys gehörte. Sein anfängl. Extremismus mässigte sich, er blieb aber kulturkämpferisch und zentralistisch eingestellt. 1850 wurde er Pfarrer in Schüpfen und nahm sich des Armenproblems an. 1855 in die Berner Regierung gewählt, korrigierte er mit Geschick die verunglückte radikale Armengesetzgebung und führte 1861 die Eisenbahn- und 1862 die Erziehungsdirektion. 1857-63 war er Ständerat. 1863 wurde er als Nachfolger von Stämpfli in den Bundesrat und gleich zum Vizepräsidenten gewählt. 1864, 1866-70, 1872-73, 1879-84 und 1886-95 stand er dem Dep. des Innern vor, 1872 dem Finanz- sowie 1875-77 dem Eisenbahn- und Handelsdepartement. 1865, 1871, 1874, 1878, 1885 und 1893 war er Bundespräsident und führte in dieser Funktion ausser 1893 das Polit. Departement. Mit einer Amtszeit von rund 32 Jahren übertrifft er alle anderen Bundesräte. Schwerpunkte seiner gesetzgeber. Tätigkeit waren das Gesundheitswesen, die Waldbewirtschaftung sowie die Kulturpflege (Landesmuseum und Landesbibliothek). Erfolgreich kämpfte er für die Gotthardbahn, dagegen scheiterten 1882 die zentralist. Vorlagen für einen eidg. Schulsekretär und für ein Epidemiegesetz. Sein strenges persönl. Ethos und hohes Pflichtgefühl brachten ihm allg. Verehrung ein.

Quellen und Literatur

  • BAR, Nachlass
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 220 f.
  • Junker, Bern 2
  • Altermatt, Bundesräte, 168-173
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF