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Nazar vonReding

Porträt aus dem Rathaus von Schwyz. Öl auf Leinwand, um 1850 © Fotografie Staatsarchiv Schwyz.
Porträt aus dem Rathaus von Schwyz. Öl auf Leinwand, um 1850 © Fotografie Staatsarchiv Schwyz.

30.6.1806 Schwyz, 28.12.1865 Schwyz, kath., von Schwyz. Sohn des Nazar (->). 1830 Josefa Castell, Tochter des Jakob Ludwig, Salzdirektors. R. genoss 1822-24 in Freiburg und 1825-26 in Luzern Privatunterricht (u.a. bei Père Girard) und studierte 1826-27 Recht an der Akad. Zürich. Da er Einzelkind war, verzichtete er auf eine in der Familientradition liegende Militärkarriere in fremden Diensten. Nach Privatstudien und Liegenschaftsverwaltungstätigkeit engagierte er sich bei der Vaterländ.- und Bürgergesellschaft, bei der Sparkasse, in der sog. Hülfsgesellschaft und beim "Schwyzer. Volksblatt". 1832 wurde er Quartierhauptmann. R. trat für die Rechtsgleichheit der ehem. Beisassen und der äusseren Bezirke ein. Nach der Besetzung des getrennten Kantons durch eidg. Truppen erfolgte R.s Wahl in den Verfassungsrat, dem er als Sekretär diente. Der Misserfolg der alten polit. Garde und die Zerstrittenheit der Führer der äusseren Bezirke ebneten ihm den Weg ins höchste Amt durch die erste in Rothenthurm durchgeführte Kantonsgemeinde, doch wurde er bereits 1834 von der erstarkten Reaktion wieder abgewählt. 1834-40 war er Grossrat und Kantonsrichter für Einsiedeln. Nach der erfolglosen Kandidatur für die Fortschrittlichen 1838 zog er sich von allen Ämtern zurück (Hörner- und Klauenstreit). 1843 wurde er in die Armenpflege und das Waisenamt der Gem. Schwyz, 1844 in das Kantonsgericht und 1846 in die Verwaltung der Oberallmeindkorporation gewählt. R. lehnte das konservative Regime ab, billigte aber den Sonderbund. 1847 war er Major im Hauptquartier der Division ab Yberg. Nach der Kapitulation von Schwyz wählte ihn die letzte Rothenthurmer Landsgemeinde zum Landammann. Eine Strafverfolgung gegen die alte Regierung lehnte R. ab. Er präsidierte den Verfassungsrat und wurde 1848 vom Kantonsrat zum Landammann ernannt. Dank der Verteilung der Ämter auf alle Parteien erreichte er den Abbau alter Feindschaften. R. trieb die Modernisierung der kant. Verwaltung voran. Bis 1850 gingen u.a. die Volksschulpflicht, das Steuergesetz, der Aufbau der Kantonskanzlei, die Errichtung von Strassen und die Reorganisation des Landjägerkorps auf ihn zurück, was ihm den Titel "Baumeister" des neuen Kantons eintrug. 1848 lehnte er die Bundesverfassung wegen zu starker Zentralisierung ab, gab aber nach deren Annahme eine versöhnl. Erklärung ab. 1848-65 wirkte er auch als Kantonsrat, 1850-52 als Regierungsrat, 1852-65 als Präs. des Kantonsgerichts und 1853-54 als Ständerat. R. stand mit konservativen Politikern im Briefkontakt. Mittels der 1849 gegr. "Schwyzer-Zeitung" setzte er sich für die Neutralität und den Föderalismus ein und bekämpfte die antiklerikale Politik der Radikalen.

Quellen und Literatur

  • P. Wyrsch, Landammann Nazar von R.-Biberegg (1806-1865), Baumeister des Kt. Schwyz, 1977
  • J. Wiget, Von Haudegen und Staatsmännern, 2007, 175-183
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