de fr it

PaulSpeiser

16.10.1846 Basel, 13.10.1935 Basel, ref., von Basel. Sohn des Johann Jakob (->). 1) 1873 Salome Sophie Sarasin, 2) 1884 Elisabeth Sarasin, beide Töchter des Karl Sarasin. Schwager von Reinhold Sarasin, Paul Sarasin, Alfred Sarasin und Andreas Heusler. Ab 1864 Rechtsstud. in Basel, Göttingen, Berlin und Bonn, 1868 Promotion, 1870 Notar. 1870-71 Aufenthalte in Le Havre und London, 1872 eigene Advokatur. Ab 1873 PD, 1876-91 ao., 1891-95 o. Prof. für Handels- und Steuerrecht, 1898-1918 Dozent an der Univ. Basel. 1875-78 Präs. des Zivilgerichts, 1904-07 Appellationsrichter. 1873-78 liberaler Basler Grossrat, 1878-84, 1886-1902 und 1907-14 Regierungsrat (ab 1878 Erziehung, 1881-84 Justiz, ab 1886 Finanzen), 1889-96, 1902-11 und 1915-19 Nationalrat (1907-08 Präs.), Mitglied der liberal-demokrat. Fraktion, 1897 Bundesratskandidat, Mitglied der Komm. für das ZGB, für die Bundesverwaltungsreform 1895 und das Kriegssteuergesetz 1915, bundesrätl. Finanz- und Rechtsberater, etwa für den Gotthardvertrag 1913, Delegierter an den Kongressen für internat. See- und Wechselrecht in Antwerpen 1885 und Brüssel 1888. In Basel sanierte S. mit einer klugen Anlagepolitik und einer straffen Steuergesetzgebung den Staatshaushalt. Er zeichnete für das Schulgesetz von 1880 sowie für die Förderung staatl. Betriebe, etwa der Strassenbahn, verantwortlich. In Sachfragen überschritt er oft Parteigrenzen und befürwortete etwa die Abschaffung des Basler Ratsherrenregiments. Auf nationaler Ebene vertrat S. wie sein Vater die Verstaatlichung der Eisenbahn, die er als Präs. der Subkommission für den Rückkauf der Eisenbahnen auch umsetzte. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in der "Zeitschrift für Schweiz. Recht". 1909-35 Verwaltungsratspräsident der Vereinigten Schweiz. Rheinsalinen und 1914-35 als Mitgründer der Schweiz. Sodafabrik Zurzach, Verwaltungsrat der Bank in Basel, der Basler Handelsbank, der Sandoz, der Schweiz. Reederei, der Basler Versicherungen und der Schweiz. Centralbahn bzw. der SBB. 1914 Dr. phil. h.c. der Univ. Basel.

Quellen und Literatur

  • Erinnerungen aus meiner öffentl. Tätigkeit von 1875-1919, 1935
  • Nachlässe in: StABS, SWA
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 462 f.
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF