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Johann Anton vonTillier

Porträt (Ausschnitt) aus einer Lithografie, welche die Mitglieder des Nationalrats der Jahre 1849–1850 zeigt (Bernisches Historisches Museum).
Porträt (Ausschnitt) aus einer Lithografie, welche die Mitglieder des Nationalrats der Jahre 1849–1850 zeigt (Bernisches Historisches Museum).

24.1.1792 Bern, 16.2.1854 München, ref., von Bern. Sohn des Johann Anton, Offiziers in niederländ. Diensten und Gutsbesitzers. 1) Margaritha Philippina von Tscharner, Tochter des Alexander Albrecht, Oberstleutnants in den Niederlanden und Gutsbesitzers, 2) Josephine Pauline Caroline Leopoldine von Weiler, Tochter eines bad. Ministers. T. studierte 1809-11 Geschichte und Recht in Genf und 1811-13 in Jena, wo er sich am Studentenaufstand beteiligte, ein Erlebnis, das ihn vom bern. Patriziat distanzierte. Trotzdem entschied er sich für den Staatsdienst und kehrte nach Bern zurück. 1823-50 war er Berner Grossrat (1837, 1839, 1846-47, 1848-49 Präs.), 1824-31 Appellationsrichter, 1829-31 Präs. der Stadtpolizeikommission und ab 1831 Stadtrat. Sein Wirken in der Regenerationsregierung 1831-32 wurde von seinen Standesgenossen als Opportunismus ausgelegt. 1830 und 1841 war T. Berner Regierungsrat, 1836, 1841, 1846 und 1848 vertrat er Bern an der Tagsatzung. 1848 wurde er in den Nationalrat gewählt, wo er zur Rechten gehörte und sich vergeblich für eine schonende Behandlung der Sonderbundskantone einsetzte. Den entstehenden parteipolit. Gruppierungen und der Tagespolitik begegnete er mit kühler Distanziertheit, was ihn in die Isolation trieb. Nach seiner Abwahl übersiedelte er 1851 nach München. Zwischen 1829 und 1855 (postum) erschien sein bedeutendes hist. Werk, das die Schweizergeschichte von der Helvetik bis in die Zeit des Bundesstaats abdeckt. T. schöpfte aus den Quellen, sammelte und durchdrang die Stoffe sorgfältig, blieb aber in der Form mittelmässig, der annalist. Methode verhaftet und vernachlässigte Gliederung und Gewichtung. Trotz seiner aristokrat. Herkunft akzeptierte T. die durch die Revolution in Gang gebrachte Dynamik und strebte nach Unparteilichkeit.

Quellen und Literatur

  • ADB 38, 310-313
  • Gruner, Bundesversammlung 1, 239 f.
  • Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 2, 612-616
  • Junker, Bern 2
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