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Henri VincentCarrard

9.10.1766 Champvent, 7.5.1820 Lausanne, ref., von Orbe, Fey und Lausanne. Sohn des Pfarrers Pierre-Christophe und der Louise geb. Jaquier. Jeanne Suzanne Henriette Bugnion, Tochter des Charles, Pfarrers. Stud. an der Akad. Lausanne, 1789 Dr. iur. in Tübingen. Ab 1792 Anwalt an der welschen Oberappellationskammer. C. war ein überzeugter, aber gemässigter Patriot. Er vertrat am 24.1.1798 die Stadt Orbe an der Abgeordnetenversammlung der Waadtländer Städte und Landgemeinden und war Abgeordneter von Fey, Romanel, Orzens, Bercher und Rueyres in der Provisor. Versammlung. Ab dem 19.3.1798 Mitglied des helvet. Gr. Rats, Mitarbeit am (unvollendeten) helvet. Zivilgesetzbuch. Nach dem Staatsstreich vom 7.-8.8.1800 Mitglied des Gesetzgebenden Rats, dem er bis Okt. 1801 angehörte. Im März 1802 wurde C., einer der bedeutendsten Parlamentarier der Helvetik, zum Senator ernannt, im April in die Notabelnversammlung berufen. Im selben Monat wurde er Prof. für Naturrecht an der Akad. Lausanne. Aug.-Okt. 1802 Distriktsstatthalter von Lausanne, ab Okt. 1802 Präs. des Kantonsgerichts (ab 1803 Appellationsgericht). 1803 durch indirektes Verfahren zum Grossratsanwärter gewählt, 1807-20 Waadtländer Grossrat. Legationsrat (2. Delegierter) an der Tagsatzung 1809. In der Restaurationszeit 1816-20 Mitglied der Lausanner Stadtregierung. Von 1803 bis zu seinem Tod Präs. des Bezirksgerichts Lausanne. Als brillanter Jurist war C. einer der Förderer des Waadtländer Zivilgesetzbuches und hatte grossen Anteil an der Ausarbeitung der Waadtländer Zivilprozessordnung, die 1824 in Kraft trat.

Quellen und Literatur

  • J.-D. Amiguet, Le Grand Conseil vaudois sous l'Acte de Médiation, 1803-30, 1976, 74
  • P. Conod, Le Code de procédure civile vaudois de 1824, 1987, 64-73
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Lebensdaten ∗︎ 9.10.1766 ✝︎ 7.5.1820