de fr it

JulesMuret

Porträt von Jules Muret. Zeichnung mit Hervorhebungen in Gouache und Aquarell von Benjamin Bolomey, um 1803 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Collection iconographique vaudoise; Fotografie Claude Bornand).
Porträt von Jules Muret. Zeichnung mit Hervorhebungen in Gouache und Aquarell von Benjamin Bolomey, um 1803 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Collection iconographique vaudoise; Fotografie Claude Bornand).

19.2.1759 Vevey, 6.5.1847 Lausanne, ref., von Morges und Vevey. Sohn des Jean-Louis (->). Neffe des Samuel Porta. Suzanne Baron, Tochter des François-David. Zwei Jahre Theologiestud. an der Akad. Lausanne, Dr. iur. in Paris. 1786 Anwaltspatent in der Welschen Appellationskammer. 1790 Eintritt in die Freimaurerloge Amis unis von Morges. Nachdem M. im Juli 1796 in den Rat der Vierundzwanzig von Morges gewählt worden war, wurde er am 23.1.1798 von Morges ins Comité des communes du Pays de Vaud delegiert, wo er für eine Politik der Versöhnung mit Bern eintrat. Nach der Unabhängigkeitserklärung der Waadt am 24.1.1798 präsidierte er abwechselnd den provisor. Landtag und die Wahlmännerversammlung des Kt. Léman. Als Mitglied des helvet. Senats 1798-1802, Physiokrat und entschiedener Gegner der Aristokratie verfocht M. vehement die Abschaffung der Feudalrechte zugunsten der Bauern. 1802 präsentierte er mit Henri Monod und Charles Secretan in der Consulta von Paris ein Verfassungsprojekt für die Waadt, dem Napoleon Bonaparte stärkere demokrat. Formen verlieh. 1803 auf Lebenszeit in den Waadtländer Gr. Rat gewählt, war M. auch Mitglied des Kl. Rats (später Staatsrat) und stand während der Mediation abwechselnd mit Auguste Pidou beiden Räte vor. 1814-15 wirkte er als Tagsatzungsgesandter an der Ausarbeitung der waadtländ. Verfassung vom 4.8.1814 mit, wobei er sich gegen jegl. Beteiligung der Aristokratie an der Politik des Kantons wehrte. Während der Restauration führte M. die Waadtländer Regierung an und sprach sich gegen den Réveil und die liberalen Forderungen aus, die er insbesondere in der "Gazette de Lausanne" bekämpfte. 1813-29 war M. elfmal Tagsatzungsgesandter und wurde 1830 durch die liberale Revolution aus dem Amt verdrängt. 1833 gehörte er zu den entschiedenen Gegnern des Revisionsentwurfs des Bundesvertrags (Rossi-Plan), der dem Kantonsparlament vorgelegt wurde.

Quellen und Literatur

  • BCUL, Nachlass
  • A.-C. Schwaab, Jules M. et la langue diète, Liz. Lausanne, 1974
  • D. Tosato-Rigo, Portrait d'un père de la patrie, 1988
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Variante(n)
Jules-Nicolas-Emmanuel Muret (Taufname)
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 19.2.1759 ✝︎ 6.5.1847

Zitiervorschlag

Tosato-Rigo, Danièle: "Muret, Jules", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.10.2010, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/004801/2010-10-26/, konsultiert am 18.09.2021.