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MauriceTroillet

Die beiden Staatsräte Maurice Troillet (in der Mitte) und Cyrille Pitteloud mit dem Weibel auf dem Weg zur konstituierenden Sitzung des Walliser Grossrats im März 1937 in Sitten. Fotografie von Raymond Schmid (Mediathek Wallis, Martigny, Bourgeoisie de Sion).
Die beiden Staatsräte Maurice Troillet (in der Mitte) und Cyrille Pitteloud mit dem Weibel auf dem Weg zur konstituierenden Sitzung des Walliser Grossrats im März 1937 in Sitten. Fotografie von Raymond Schmid (Mediathek Wallis, Martigny, Bourgeoisie de Sion).

17.6.1880 Le Châble (Gem. Bagnes), 20.8.1961 Lausanne, kath., von Bagnes. Sohn des François-Narcisse, Bergbauern, Bankiers, Friedensrichters und Grossrats, und der Célestine geb. Filliez. Ledig. Mittelschule in Saint-Maurice, Freiburg, Brig und Einsiedeln, Rechtsstud. in Freiburg, München und Paris, 1904 Notar und Eröffnung einer Kanzlei in Le Châble, 1906 Anwalt. 1905 wurde die väterl. Privatbank zur Bank der Erbengemeinschaft T. in Bagnes und Martigny und T. zum alleinigen Unterschriftsbevollmächtigten. Ab 1905 war T. Walliser Grossrat. Als Gemeindepräsident von Bagnes musste er noch im Jahr seiner Wahl 1909 aufgrund seiner Ernennung zum Regierungsstatthalter von Entremont zurücktreten. 1913-53 stand er als Staatsrat dem Dep. des Innern vor. Zuständig für die wirtschaftl., agrar. und weinbaul. Entwicklung des Wallis, bemühte sich der fortschrittl. Konservative, die Existenz der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung zu verbessern. Um neues Kulturland zu gewinnen, setzte T. Kredite für die Korrektion und Sanierung der Rhone und die Entsumpfung der Ebene durch. Bis 1936 wurden zwischen Brig und Genfersee 37'500 ha Land urbar gemacht. T. schuf das Landwirtschaftsgesetz von 1919, aufgrund dessen die Landwirtschaftl. Schulen in Châteauneuf (Gem. Sitten) und Visp gegründet wurden. Mit dem Strassengesetz von 1927 förderte er in den Seitentälern den Bau von Strassen, die die Bergdörfer untereinander und mit dem Tal verbinden sowie die Abwanderung der Bergbevölkerung verhindern sollten. T. gab Impulse zur Schaffung von Verbänden und Genossenschaften als Absatzförderung für die Landwirtschaftsproduktion (Milch, Obst, Gemüse, Wein). 1921-25 und 1928-43 war T. Nationalrat (1936-37 Präs.), 1943-55 Ständerat. In beiden eidg. Räten trat er für die Landwirtschaft und den Weinbau ein. Nach seinem Rücktritt als Staatsrat 1953 setzte T. als Präsident des zuständigen Syndikats gegen heftige Widerstände von versch. Seite den Strassentunnel durch den Gr. St. Bernhard durch. Dessen Eröffnung 1964 erlebte der visionärste Walliser Staatsmann des 20. Jh. nicht mehr.

Quellen und Literatur

  • A. Guex, Le demi-siècle de Maurice T., 3 Bde., 1971
  • A. Guex, Maurice T. und das moderne Wallis, 1977
  • Biner, Walliser Behörden, 382
  • Familles de Bagnes 5, 2008, 353 f.
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