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JohannesMorell

11.3.1759 Egelshofen (heute Gem. Kreuzlingen), 22.4.1835 Frauenfeld, ref., von Egelshofen und ab 1807 Ehrenbürger von Frauenfeld. Sohn des Johann Peter, Kupferschmieds und Kaufmanns, und der Anna Margaretha Vetter. 1807 Maria Elisabeth Vogler, Tochter des Hans Georg, Kürschners und Stadtrichters in Frauenfeld. 1776-78 Lehre bei Landschreiber Abraham M. in Wangen an der Aare. M. war 1778-90 Substitut, dann bis 1798 Verwalter der Landkanzlei Andelfingen. 1798 wurde er vom thurg. Landeskomitee zum 2. Sekr. berufen, war 1798-1800 Obersekretär und 1800-03 Präs. der thurg. Verwaltungskammer. Er gehörte der helvet. Tagsatzung und 1802-03 dem helvet. Senat an. Im Nov. 1802 vertrat er kurzzeitig Albrecht Rengger als Leiter des Dep. des Innern. Im März und April 1803 war er Mitglied der thurg. Regierungskommission, 1803-35 des Kl. Rats sowie 1803-31 des Gr. Rats. 1814 nahm er Einsitz in der Verfassungskommission. 1815-31 amtierte er abwechselnd mit Joseph Anderwert als Landammann. In der Regierungskommission für Äusseres und als Tagsatzungsgesandter entwickelte sich der ehem. Unitarier zum Föderalisten und Verteidiger kant. Souveränitätsrechte. In der Regierungskommission für Inneres (und Kirchliches) setzte der strenggläubige M. eine weitgehende staatl. Kirchenhoheit durch. Während der Restauration hingegen verfolgte er als Präs. des Evang. Administrationsrats 1817-31 eine konfessionelle Trennungspolitik (z.B. separate Schulen). Andererseits votierte M. wie sein kath. Kollege Anderwert für den Anschluss des Thurgaus an das Bistum Basel. Der Regeneration stand M. reserviert gegenüber. Trotzdem wurde er wieder in die Regierung gewählt, jedoch ohne eine führende Rolle zu spielen. Auf seine Initiative hin wurde 1805 die Kantonsbibliothek und 1807 die Kasino-Gesellschaft Frauenfeld gegründet. M. genoss zwar als Exponent der ref. Mehrheit in repräsentativen Angelegenheiten stets Vorrang vor anderen Regierungsräten, hatte jedoch auf die kant. Politik einen geringeren Einfluss. Er gehörte der Freimaurerloge St. Johannes in Zürich an.

Quellen und Literatur

  • BürgerA Frauenfeld, Nachlass
  • P. Giger, «Johannes M. (1759-1835)», in ThBeitr. 132, 1995, 221-232
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Lebensdaten ∗︎ 11.3.1759 ✝︎ 22.4.1835