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Jakob ChristophScherb

26.8.1736 Bischofszell, 1.3.1811 Bischofszell, ref., von Bischofszell. Sohn des Johann Georg, Arztes, und der Anna Barbara Nüscheler. 1761 Anna Magdalena Daller, Tochter des Georg, Metzgers. S. erhielt ab 1752 Physiologie- und Anatomieunterricht bei Johannes Gessner in Zürich. Ab 1755 absolvierte er das Stud. der Medizin in Leiden, Berlin, Tübingen (1757) und schloss dieses 1759 in Montpellier ab. Nach seiner Rückkehr übernahm S. die väterl. Arztpraxis in Bischofszell. S. galt ebenso wie Auguste Tissot als Pionier der Pockenimpfung, indem er über 1'000 Kinder durch die Auslösung künstl. Kindspocken impfte. Seine Erfahrungen veröffentlichte er 1779 in seiner Schrift "Ueber die Einpfropfung der Pocken". Als aufgeklärter Mediziner setzte sich S. v.a. für eine Verbesserung der Volksgesundheit ein. So verfasste er 1783 die leicht verständl. Broschüre "Kurze Anleitung zu Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit ohne medicin. Hülfe", die bei der Bevölkerung Anklang fand. Um 1786 beschäftigte sich S. vorübergehend mit der Heilmethode des Magnetismus von Franz Anton Mesmer, gab diese aber als unwissenschaftlich wieder auf. Ab 1768 war er Stadtrat von Bischofszell. 1798 überliess er die Arztpraxis seinem gleichnamigen Sohn und widmete sich ganz seinen polit. Ämtern. Nach seiner Wahl 1798 zum helvet. Senator war er 1798-1803 Distriktsstatthalter von Bischofszell und 1802 Vizepräsident der zweiten Interimsregierung des Kt. Thurgau. Er amtierte 1798-99 als Präs. der ersten Sanitätskommission, 1804-05 der Interims-Sanitätskommission und 1805-07 des Sanitätsrats. 1803-07 wirkte er als Thurgauer Regierungsrat und verordnete 1806 die Durchführung der Pockenimpfung.

Quellen und Literatur

  • E. Wehrlin, «Jakob Christoph S.», in ThBeitr. 35, 1895, 5-29
  • L. Gamper, «Die "Asklep. Fam." und ihre berühmten Söhne», in Thurgauer Jb. 32, 1957, 7-20
  • P. Kroha, «Jakob Christoph S.», in Thurgauer Jb. 55, 1980, 19-28
  • A. Uebelhart, Richard S. (1880-1955), 1988, 5-13
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